Abschied nach 91 Jahren: Furths legendäres Zollgebäude schließt für immer
Johanna PetersAbschied nach 91 Jahren: Furths legendäres Zollgebäude schließt für immer
Historisches Zollgebäude in Furth im Wald nach 91 Jahren offiziell geschlossen
Das historische Zollgebäude in Furth im Wald hat nach 91 Jahren Dienst offiziell seine Türen geschlossen. Die Einrichtung, einst ein zentraler Bestandteil des Grenzübergangs, wurde am 1. April 2025 stillgelegt. Eine Abschiedsfeier markierte das Ende einer Ära für den langjährigen Standort.
Das Zollgebäude war 1934 eröffnet worden und wurde zu einer festen Institution am Grenzübergang Furth im Wald. Jahrzehntelang spielte es eine zentrale Rolle bei der Kontrolle von Waren und Reisenden zwischen Deutschland und dem heutigen Tschechien. Doch nach dem EU-Beitritt Tschechiens im Jahr 2004 verlor es an Bedeutung, da die Grenzkontrollen schrittweise entfielen.
Am 14. Oktober 1972 ereignete sich auf dem Gelände ein tragisches Ereignis: Der Zollobersekretär Anton Kreim wurde während seines Dienstes tödlich angeschossen. Sein Tod blieb ein düsteres Kapitel in der Geschichte des Gebäudes.
Hohe Mietkosten führten schließlich zur Entscheidung, die Einrichtung stillzulegen. Die dort stationierten Zollbeamten bleiben jedoch in Furth im Wald und wechseln in das gegenüberliegende Zollgebäude. Durch die Schließung erhofft sich die Zollbehörde Einsparungen von knapp 500.000 Euro, darunter weitere Kürzungen im Landkreis.
Am 7. April 2025 fand eine Abschiedsfeier statt, an der unter anderem der stellvertretende Bürgermeister von Furth im Wald, Herr Mühlbauer, sowie Polizeibeamte, Zollmitarbeiter und Rentner teilnahmen. René Matschke, Leiter des Zollamts Regensburg, nahm während der Veranstaltung das Zollschild ein letztes Mal ab. Das Schild wird künftig im Stadtarchiv aufbewahrt.
Mit der Schließung des Gebäudes endet ein langes Kapitel der Grenzgeschichte Furth im Walds. Die Mitarbeiter setzen ihre Arbeit von einem anderen Standort aus fort, während die eingesparten Mittel weitere Haushaltsanpassungen ermöglichen sollen. Das erhaltene Schild wird als Mahnmal an die historische Bedeutung der Stelle erinnern.






