02 April 2026, 12:19

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei

Eine historische Posterkarte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Regionen mit beschrifteten Städten, Dörfern und geografischen Merkmalen, begleitet von erklärendem Text.

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, USA und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter innerparteilicher Streit reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland auseinander. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Außenpolitik, wobei tiefe Gräben die Haltung gegenüber den USA und Russland spalten. Vorwürfe von Säuberungsaktionen, verfassungswidrigen Vorschlägen und widersprüchliche Positionen zu Militärmissionen haben die Spannungen auf den Höhepunkt getrieben.

Auslöser der Auseinandersetzung war der wehrpolitische Sprecher Rüdiger Lucassen, der der russlandfreundlichen Fraktion um Björn Höcke vorwarf, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassens Unterstützung für westliche Bündnisse und seine Einschätzung Russlands als größte Bedrohung für die NATO machten ihn zum Ziel der Angriffe. Unterdessen forderte Parteichef Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland – eine Forderung, die bei Mitgliedern wie Maximilian Krah auf scharfe Kritik stieß. Krah argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner".

Ein weiterer Zündstoff entstand um die EU-Mission "Aspides" im Golf von Oman. Anfangs hatte die AfD nach der Eskalation mit dem Iran Ende 2025 jede militärische Beteiligung scharf kritisiert. Doch bereits Anfang 2026 relativierten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla ihre Haltung und bezeichneten die Mission als Frage der nationalen Sicherheit – allerdings nur unter strengen Mandatsauflagen. Dieser Kurswechsel folgte öffentlichem Widerspruch Krahs, der die Operation zuvor als "EU-Kriegstreiberei" abgetan hatte.

Auch die US-Politik der Partei sorgt für Aufruhr. Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck hatte während des Iran-Konflikts eine proamerikanische Pressemitteilung ausgearbeitet, die jedoch von der Parteiführung blockiert wurde. Krah warnte später, die extremen Positionen der AfD – sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik – hätten die Weigerung anderer Parteien verstärkt, mit der AfD zusammenzuarbeiten.

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Die Lage spitzte sich weiter zu, als Martin Sellners "Remigrations"-Plan, der selbst deutschen Staatsbürgern den Aufenthaltsstatus entziehen könnte, als verfassungswidrig und Angriff auf die Menschenwürde scharf verurteilt wurde. Doch die AfD-Führung distanzierte sich nicht von Sellner, was die Krise vertiefte.

Nun steht die AfD vor einer möglichen Spaltung in der Außenpolitik. Lucassens Vorwürfe, Chrupallas Forderung nach Truppenabzug und das Schweigen der Führung zu Sellners Plänen haben die Partei zerrüttet. Da sich die Mitglieder öffentlich widersprechen, ist eine Lösung des Konflikts nicht in Sicht.

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