17 March 2026, 02:12

Aiwanger bremst Söders Atompläne: "Gas statt kleine Reaktoren"

Eine Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Aiwanger zweifelt am Nutzen von Söders Mini-Kernreaktoren - Aiwanger bremst Söders Atompläne: "Gas statt kleine Reaktoren"

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Bedenken gegenüber der deutschen Energiestrategie geäußert. Er warnt, dass die anhaltenden Diskussionen in der Öffentlichkeit Verunsicherung schürten und dringende Entscheidungen verzögerten. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Ministerpräsident Markus Söder den Bau eines Pilotprojekts für einen kleinen Kernreaktor in Bayern vorantreibt.

Aiwanger zeigt sich jedoch skeptisch, ob kleine modulare Reaktoren (SMR) die aktuellen Energieprobleme kurzfristig lösen können.

Der Minister kritisierte Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche dafür, neue Themen in die Energiedebatte einzubringen, bevor bestehende Fragen geklärt seien. Ihr Vorgehen vertiefe lediglich die Verwirrung in einer Phase, in der es klare Handlungsanweisungen brauche.

Grundsätzlich nicht gegen Kernenergie eingestellt, betonte Aiwanger, dass Gaskraftwerke eine pragmatischere Lösung für die nahe Zukunft darstellten. Er forderte die Bundesregierung auf, den Bau solcher Anlagen – auch in Bayern – zu beschleunigen, um den Bedarf in den kommenden Jahren zu decken.

Zudem zweifelte der Minister an, dass Bayern innerhalb des nächsten Jahrzehnts SMR entwickeln könne. Deutschland verfüge derzeit nicht über das nötige Know-how, um solche Reaktoren in absehbarer Zeit zu realisieren. Seine Haltung steht damit im Kontrast zu Söders Plänen, die Bayern als Vorreiter in der Kerninnovation positionieren sollen.

Aiwangers Skepsis geht über technische Hürden hinaus: Er sieht keinen realistischen Weg, wie SMR innerhalb von zehn Jahren Engpässe in der Energieversorgung beheben könnten. Damit bleibe Gas vorerst der einzige gangbare Brückenbrennstoff.

Die Äußerungen Aiwangers verdeutlichen die Spannung zwischen kurzfristigen Energiebedürfnissen und langfristigen Atomambitionen in Bayern. Sein Plädoyer für Gaskraftwerke spiegelt die akuten Sorgen um Versorgungssicherheit wider. Die Debatte um SMR hingegen zieht sich weiter hin – ohne klare Perspektive für eine Umsetzung.

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