Aktivistin entlarvt Minister Weimers umstrittene Gedichte mit spektakulärer Bibliotheksspende
Johanna PetersAktivistin entlarvt Minister Weimers umstrittene Gedichte mit spektakulärer Bibliotheksspende
Die Aktivistin Martha Root hat eine umstrittene Gedichtsammlung des Ministers Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek überlassen. Das unter dem Titel „Kopfpilz“ 1986 im Selbstverlag erschienene Buch enthält nach Roots Angaben derbe und anstößige Gedichte.
Die Sammlung umfasst Werke wie „Vorfreude“ und „Unglück“, die Root wegen der Verbreitung schädlicher Ideen kritisiert. Sie stellte eine digitalisierte Version des Buchs auf Archive.org online und machte es damit frei zugänglich. Zudem versteigert sie ein physisches Exemplar, um die Initiative „Lesen Hilft“ zu unterstützen, die linksgerichtete Buchhandlungen fördert.
Roots Vorgehen ist Teil einer breiteren Kritik an Weimers Kulturpolitik und mutmaßlichen Interessenkonflikten. Sein Ministerium hatte zuvor behauptet, physische Mediensammlungen seien im digitalen Zeitalter überflüssig. Root wirft Weimer zudem vor, sich nie mit seinen frühen Werken auseinandergesetzt zu haben – ein Versäumnis, das sie als Zeichen mangelnder Urteilsfähigkeit wertet.
Im Dezember 2022 sorgte Root für Schlagzeilen, als sie beim Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform „White Date“ infiltrierte. Diesmal übergab sie das Gedichtbuch verkleidet in einem rosa Power-Ranger-Kostüm an die Bibliothek.
Mit der Spende und der Versteigerung setzt Root ihre Kritik an Weimers Vergangenheit und Gegenwart fort. Die Aufnahme des Buchs in die Nationalbibliothek sichert dessen Erhalt für die Öffentlichkeit. Ihre Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die frühen Schriften des Ministers und deren brisante Bedeutung.






