Apotheker kämpft gegen AfD-Plakate mit gestohlenem Apotheken-Symbol
Emil KrügerApotheker kämpft gegen AfD-Plakate mit gestohlenem Apotheken-Symbol
Ein Apotheker aus Bad Reichenhall hat sich gegen die Nutzung des Apothekensymbols durch die AfD in ihrem Wahlkampf ausgesprochen. Stefan Niklas wirft der Partei vor, das vertraute rote "A"-Logo des Berufsstands ohne Erlaubnis für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Seine Verärgerung wächst, seitdem Plakate mit dem Slogan "Unterstützt eure Apotheken vor Ort!" in der gesamten Region zu sehen sind.
Das Wahlkampfmaterial der AfD fällt durch sein ungewöhnliches Design auf. Während andere Parteien Porträts ihrer Kandidaten zeigen, ist auf diesem Plakat lediglich das rote Apotheken-"A" neben dem Slogan abgebildet. Niklas, der sich selbst als unpolitisch bezeichnet, empfindet diese Aneignung als besonders problematisch. Er ist überzeugt, dass andere Berufsgruppen gegen eine solche Nutzung protestieren würden – doch die Apothekerverbände schweigen.
Weder der Bayerische Apothekerverband noch die Bundesapothekerkammer haben rechtliche Schritte eingeleitet. Auch im bayerischen Wahlprogramm der AfD finden sich kaum Bezüge zur Apothekenbranche, obwohl das Symbol dort prominent platziert ist. Zudem verbietet das deutsche Recht Apotheken die Zusammenarbeit mit anderen Einzelhändlern – eine Regelung, die das AfD-Programm offenbar infrage stellt.
Niklas betont, dass die unberechtigte Verwendung des Symbols den Berufsstand falsch darstellt. Das Plakat bleibt weiterhin im Umlauf, was ihn und viele Kollegen ignoriert fühlen lässt.
Der Streit zeigt den Konflikt zwischen politischer Botschaft und beruflicher Identität. Die AfD-Plakate bleiben unverändert, obwohl Apotheker wie Niklas ihre Entfernung fordern. Ohne Eingreifen der Verbände wird das Symbol voraussichtlich weiter im Wahlkampf genutzt.






