Artemed-Gruppe rettet Helios Klinik vor dem Aus und übernimmt MS-Zentrum
Emil KrügerArtemed-Gruppe rettet Helios Klinik vor dem Aus und übernimmt MS-Zentrum
Die Helios Klinik, Deutschlands zweitgrößtes Zentrum für die Behandlung von Multipler Sklerose, wurde von der Artemed Gruppe übernommen. Durch den Deal bleiben alle 240 Arbeitsplätze erhalten, und die Patientenversorgung wird nahtlos fortgesetzt. Gläubiger, darunter auch Banken, verzichteten auf einen erheblichen Teil ihrer Forderungen, um die Übernahme zu ermöglichen.
Die Klinik hatte nach Jahren kostspieliger Bauarbeiten und den Folgen der COVID-19-Pandemie schwere finanzielle Probleme. Im Juni 2025 beantragte die gemeinnützige Betreibergesellschaft ein Schutzschirmverfahren – nur drei Wochen, nachdem Sándor Mohácsi die Geschäftsführung übernommen hatte. Die Stadt München und der Landkreis Oberbayern lehnten weitere Finanzhilfen ab, sodass eine langfristige Unterstützung unmöglich wurde.
Die Artemed Gruppe, die bereits 18 Gesundheitseinrichtungen betreibt, erwarb sämtliche Anteile, darunter auch die bisher von der Stadt München und anderen Beteiligten gehaltenen. Max von Holleben, Mitglied der Artemed-Geschäftsführung, bezeichnete die Klinik als "perfekte strategische Ergänzung". Die Übernahme stärke die Position der Gruppe im neurologischen Bereich, so von Holleben weiter.
Die meisten großen Bauprojekte am Standort Kempfenhausen sind bereits abgeschlossen; die restlichen Arbeiten sollen bis 2028 fertiggestellt werden. Unter der neuen Führung behalten alle Mitarbeiter ihre Stellen, und die Patienten werden weiterhin von ihren bisherigen Behandlungsteams betreut.
Die Übernahme sichert der Klinik und ihren Beschäftigten Stabilität zu. Der Betrieb läuft ohne Unterbrechung weiter, und die Einrichtung bleibt als führendes Zentrum für die Behandlung von Multipler Sklerose gesichert. Nach dem Verzicht der Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen hat die Artemed Gruppe nun die volle Kontrolle über die Klinik.