02 May 2026, 10:15

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neues Gesundheitsgesetz

Plakat zeigt, dass Big Pharma Amerikaner im Jahr 2022 zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Ärzte und Apotheker liefern sich erbitterten Machtkampf um neues Gesundheitsgesetz

Ein erbitterter Streit ist zwischen Apothekern und Ärzten über den geplanten Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) in Deutschland entbrannt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt den Gesetzentwurf vehement ab und argumentiert, dieser erweitere apothekerliche Dienstleistungen ohne ausreichende ärztliche Aufsicht. Die Apotheker hingegen verteidigen ihre Fachkompetenz und werfen den medizinischen Führungskräften vor, ihre berufliche Rolle zu untergraben.

Auslöser der Kontroverse war eine Kritik von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen am Bundesgesundheitsministerium (BMG), das die Apothekenabgabepauschalen um eine zusätzliche Milliarde Euro erhöht hatte. Gassen warf dem Ministerium vor, die Belange der Arztpraxen zu ignorieren, während die Ausgaben im Krankenhaussektor unkontrolliert stiegen. Zudem warnte er, eine Ausweitung von Impfungen in Apotheken führe zu unnötigen Tests durch „medizinische Laien“.

Die Apothekerin Marietheres Reher-Gremme konterte scharf und bezeichnete Gassens Äußerungen als respektlos. Sie verwies darauf, dass Pharmakologie und klinische Pharmazie zentrale Bestandteile der Apothekerausbildung seien – im dritten Staatsexamen werde gezielt klinisch-pharmazeutisches Wissen geprüft. Reher-Gremme betonte zudem die Rolle der Apotheker bei der Vermeidung von Medikationsfehlern, Wechselwirkungen und Fehlanwendungen, was die Arzneimittelsicherheit insgesamt erhöhe.

Die Bedenken der Ärzte hinsichtlich eines übermäßigen Antibiotikaeinsatzes wies sie zurück und versicherte, Apotheker würden solche Arzneimittel mit größter Sorgfalt handhaben, um Resistenzen zu verhindern. Reher-Gremme forderte die medizinischen Verantwortungsträger zu einem offenen Dialog auf und verlangte, die Leistungen der Apotheker mit mehr Wertschätzung anzuerkennen. Als Beispiel für die Kompetenz der Apotheken führte sie die Pandemie an: Impfkampagnen gegen Grippe und COVID-19 seien dort erfolgreich und ohne Zwischenfälle durchgeführt worden.

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Die KBV bleibt jedoch bei ihrer ablehnenden Haltung und warnt, das geplante Gesetz ermögliche eine unkontrollierte Ausweitung nicht evidenzbasierter Leistungen.

Im Kern geht es in dem Konflikt um berufliche Kompetenzgrenzen und die Verteilung von Finanzmitteln. Während Apotheker auf ihre strenge Ausbildung und ihre Erfolgsbilanz in puncto Sicherheit verweisen, warnen Ärzte vor einer ungebremsten Ausdehnung der Dienstleistungen. Das Ergebnis dieses Streits könnte maßgeblich beeinflussen, wie apothekerliche Leistungen in Deutschland künftig reguliert und finanziert werden.

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