Autoindustrie ignoriert Klimadruck – und setzt weiter auf Verbrenner und Gewinne
Lotta SchulteAutoindustrie ignoriert Klimadruck – und setzt weiter auf Verbrenner und Gewinne
Deutschlands Autoindustrie setzt auf Business as usual – trotz wachsender Forderungen nach Nachhaltigkeit
Trotz zunehmender Rufe nach mehr Klimaschutz hält die Branche an bewährten Geschäften fest. Auf politische Initiativen für einen umweltfreundlicheren Verkehr reagiert sie bisher kaum. Unterdessen steht die Eröffnung der IAA Mobility in München bevor – die erste große Messe der Branche seit den jüngsten Umbrüchen in der Automobilwelt.
Aktuell sind in Deutschland 49,3 Millionen Pkw zugelassen, und die meisten Autofahrer wollen nicht auf sie verzichten. Doch während die Zahl der Fahrzeuge steigt, kommt die Verkehrsinfrastruktur kaum hinterher.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder präsentierte kürzlich einen "Zehn-Punkte-Plan zur Rettung des Autos" und forderte mehr Unterstützung für Elektromobilität und nachhaltigen Verkehr. Doch von den deutschen Autobauern oder Branchenverbänden gab es bisher keine offizielle Reaktion. Weder finanzielle Zusagen noch politische Kurskorrekturen sind bislang erkennbar.
Die anstehende IAA Mobility in München – nun als "Mobilitäts"-Event vermarktet – ist die erste große Veranstaltung der Branche nach dem pandemiebedingten Neuanfang. Kritiker bemängeln jedoch, dass trotz des neuen Fokus weiterhin das Auto im Mittelpunkt steht – und nicht Züge oder Fahrräder. Konkrete Schritte zur Emissionsreduktion oder zur Förderung von Alternativen hat die Messeleitung bisher nicht vorgelegt.
Die Verkaufszahlen erzählen einen Teil der Geschichte: Die Autoindustrie erwirtschaftet nach wie vor die größten Gewinne mit Neuwagenverkäufen und Leasingverträgen. 85 Prozent der Deutschen können sich laut Umfragen ein Leben ohne Auto in den nächsten zehn Jahren nicht vorstellen. Gleichzeitig hinkt der Ausbau des Schienennetzes hinterher – während die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge stetig wächst.
Trotz wachsendem politischen Druck für klimafreundlichere Lösungen bleibt die Branche auf ihrem Kurs: Mit fast 50 Millionen Autos auf deutschen Straßen und geringer Bereitschaft für Alternativen konzentriert sie sich weiterhin auf den klassischen Verkauf. Die IAA Mobility wird zeigen, ob das Gerede von "Mobilität" tatsächlich zu Veränderungen führt – oder ob alles beim Alten bleibt.






