Landrat im Rosenheimer Landkreis fordert Verwaltungsangestellte wie in Tirol - Bayern ringt um Lösungen gegen Durchgangsverkehr auf A8 und A93
Bayrische Behörden stehen unter Druck, Durchgangsverkehrsverbote auf A8 und A93 strenger durchzusetzen
Die Behörden in Bayern sehen sich mit Forderungen konfrontiert, die Kontrolle der Durchfahrtsverbote auf den stark befahrenen Autobahnen A8 und A93 zu verschärfen. Otto Lederer, Landrat des Landkreises Rosenheim, treibt die Debatte voran und verweist auf das erfolgreiche Modell Tirols. Seine Vorschläge stoßen jedoch bei Landesbeamten auf Widerstand – vor allem wegen rechtlicher und praktischer Hürden.
Tirols Ausfahrtsverbote bestehen bereits seit etwa sechs Jahren und zeigen deutliche Wirkung. Allein im vergangenen Jahr wurden zwischen Mitte April und Anfang November rund 516.000 Fahrzeuge von lokalen Strecken ferngehalten. 2025 waren es bereits etwa 1,2 Millionen – ermöglicht durch automatische Kennzeichenerfassung, mobile Polizeistreifen und temporäre Beschilderung.
Lederer fordert ähnliche Maßnahmen für Bayern, wo Staus auf der A8 und A93 Autofahrer häufig auf kleinere Straßen ausweichen lassen. Er schlägt vor, Verwaltungsmitarbeiter – wie in Tirol – einzusetzen, um den Verkehr bei Staus zu steuern. Zudem plädiert er für bessere Hinweisschilder auf den Autobahnen vor den Ausfahrten, um die Einhaltung der Regeln zu verbessern.
Aktuell dürfen nur Polizeibeamte die Verbote durchsetzen, was zu Kritik an mangelnder Überwachung führt. Während Tirol feste Beschränkungen hat, greifen Bayerns Verbote erst bei Staus – was die Polizeiarbeit erschwert. In den letzten Monaten wurden zwar Tausende Fahrzeuge umgeleitet, doch Lederer ärgert sich über Navigations-Apps, die Autofahrer gezielt von den Autobahnen wegführen.
Das bayerische Innenministerium lehnte Lederers Vorschlag ab: Verwaltungsangestellte hätten keine rechtliche Befugnis, den Verkehr zu regeln. Die Polizei werde die Kontrollen – besonders über Ostern – fortsetzen und notfalls auch Bereitschaftspolizisten einsetzen.
Die Diskussion zeigt die Schwierigkeiten auf, den Durchgangsverkehr ohne Tirols strengere Regeln zu bewältigen. In Bayern bleibt die Polizeikontrolle die einzige Option – doch selbst die Behörden räumen ein, dass das aktuelle Vorgehen Grenzen hat. Angesichts anhaltender Staus sind weitere Gespräche über rechtliche und praktische Lösungen wahrscheinlich.






