Bayern streicht Familiengeld und setzt stattdessen auf Kita-Ausbau ab 2025
Philipp LangeMehr Geld für Kindergärten - Kabinett beschließt neues Gesetz - Bayern streicht Familiengeld und setzt stattdessen auf Kita-Ausbau ab 2025
Die bayerische Landesregierung hat weitreichende Änderungen am Landeskindergeldbetreuungsgesetz beschlossen. Die Reform sieht vor, dass das bisherige Familiengeld sowie die Krippenzuschüsse für Kinder, die nach dem 1. Januar 2025 geboren werden, gestrichen werden. Stattdessen sollen die Mittel direkt in die Förderung von Kitas fließen.
Bisher erhielten Familien für ihr erstes Kind über zwei Jahre hinweg 6.000 Euro, die zur Deckung der Kindergartengebühren dienten. Diese Zahlungen entfallen nun – die freigewordenen Gelder werden stattdessen in den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur investiert.
Die Betriebskostenzuschüsse für Kitas steigen um 25 Prozent. Zudem wird die Finanzierung von "Teamassistenten" – zusätzlichem Fachpersonal in Krippe und Kindergarten – dauerhaft im Gesetz verankert. Die Verfahren zur Mittelvergabe werden vereinfacht, um Bürokratie für die Kommunen abzubauen.
Kritiker wie Doris Rauscher, sozialpolitische Sprecherin der SPD, monieren, dass die Reform kaum an den eigentlichen Problemen ansetze. Sie betont, dass lediglich bestehende Mittel umgeschichtet würden, statt neue Ressourcen bereitzustellen. Seit Bayern 2024 die Kindergartenzuschüsse und das Familiengeld abschaffte, herrscht in vielen Regionen weiterhin ein Mangel an Betreuungsplätzen. Zwar haben einige Gemeinden durch den Bau neuer Einrichtungen und verlängerte Öffnungszeiten die Kapazitäten ausgeweitet, doch in Teilen des Landes bleiben die Wartelisten lang.
Die Staatsregierung versichert den Kommunen, dass die Umverteilung keine zusätzliche finanzielle Belastung für sie bedeute.
Die Neuregelungen gelten für Kinder, die ab Januar 2025 geboren werden. Kitas erhalten zwar mehr Mittel, Familien dagegen keine direkte finanzielle Unterstützung mehr. Ziel der Reform ist es, den Zugang zu Betreuungsplätzen zu verbessern – ob damit die Engpässe in manchen Regionen behoben werden, bleibt jedoch abzuwarten.






