Bayern will Netzausbau mit 11-Punkte-Plan revolutionieren – doch reicht das?
Emil KrügerBayern will Netzausbau mit 11-Punkte-Plan revolutionieren – doch reicht das?
Bayern legt 11-Punkte-Plan vor, um Netzausbau zu beschleunigen und Engpässe bei Erneuerbaren-Anbindungen zu verringern
Die bayerische Landesregierung hat einen elf Punkte umfassenden Plan vorgelegt, um den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen und Engpässe bei der Anbindung erneuerbarer Energien zu entschärfen. Der an die Bundesregierung übermittelte Vorschlag zielt auf Verzögerungen ab, die durch eine Flut von Netzanschlussanträgen entstanden sind – darunter auch für Batteriespeicherprojekte. Beamte argumentieren, dass die aktuellen Regelungen kritische Infrastruktur wie Gaskraftwerke und Rechenzentren ausbremsten.
Der Plan des Freistaats sieht unter anderem den Verzicht auf herkömmliche Zustellmethoden bei Planungsgenehmigungen sowie eine beschleunigte rechtliche Prüfung des Artenschutzes vor. Bayern setzt sich zudem dafür ein, Großverbraucher wie Rechenzentren zu priorisieren und Gaskraftwerke – vorzugsweise wasserstofftauglich – als "natürlichen Partner" der Erneuerbaren zu etablieren. Diese Anlagen sollen helfen, die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie auszugleichen.
Neben Bayern hat auch Niedersachsen einen Antrag unterstützt, Batteriespeicher von strengen Netzanschlussvorgaben (KraftNAV) auszunehmen. Der Vorstoß folgt Klagen von Projektentwicklern und Netzbetreibern über das "First come, first served"-Prinzip, das die Warteschlangen mit spekulativen Vorhaben verstopfe. Aktuell liegen Anträge für Anschlusskapazitäten von 500 Gigawatt vor – ein Vielfaches des tatsächlichen kurzfristigen Bedarfs.
Vorläufige Daten des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigen, dass Deutschland 2024 rund 6,2 Gigawatt neue stationäre Batteriespeicher hinzugefügt hat – ein bescheidener Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses Wachstums betonen Behörden die Notwendigkeit besserer Anreize, um Speicherprojekte gezielt in netzdienliche Standorte zu lenken und so die Systembelastung zu verringern.
Das bayerische Konzept zielt darauf ab, Bürokratie abzubauen und den Netzausbau an den tatsächlichen Energiebedarf anzupassen. Falls die Änderungen genehmigt werden, könnten kritische Projekte Verzögerungen umgehen, die durch überlastete Anschlusswarteschlangen entstehen. Die Forderung nach wasserstofffähigen Gaskraftwerken und vereinfachten Speicherregeln spiegelt die übergeordneten Bemühungen wider, die deutsche Energiewende zu stabilisieren.






