Bayerns ältestes Atomkraftwerk Grafenrheinfeld geht nach 33 Jahren vom Netz
Lotta SchulteBayerns ältestes Atomkraftwerk Grafenrheinfeld geht nach 33 Jahren vom Netz
Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Nordbayern wird an diesem Wochenende endgültig abgeschaltet. Es war 33 Jahre in Betrieb und ist das älteste Atomkraftwerk Deutschlands. Die Stilllegung markiert die erste Abschaltung eines Kernkraftwerks im Land seit 2011.
Die Anlage deckte etwa ein Sechstel des bayerischen Strombedarfs. Ihre Schließung ist Teil des schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie in Europa. Bis Ende 2022 sollen drei weitere Reaktoren in Bayern vom Netz gehen.
Die bayerische Landesregierung rechnet infolgedessen mit Versorgungsengpässen. Gleichzeitig lehnt sie neue Hochspannungsleitungen ab, über die Strom aus Norddeutschland importiert werden könnte. Unterdessen prüft die Bundesnetzagentur eine Trennung des Stromhandels zwischen Österreich und Deutschland, um den Bedarf an Reservekapazitäten zu verringern.
Deutschland sammelt inzwischen Erfahrungen beim Rückbau von Atomkraftwerken. Fast die Hälfte der deutschen Kernkraftwerke wird derzeit stillgelegt oder abgerissen. Europa steuert bis in die 2030er-Jahre auf einen nahezu vollständigen Atomausstieg zu. Nur wenige Anlagen werden danach noch in Betrieb bleiben. Die Abschaltung von Grafenrheinfeld unterstreicht die Herausforderungen des Atomausstiegs bei gleichzeitiger Sicherung einer stabilen Energieversorgung.
