01 February 2026, 04:39

Bayerns Moore verschwinden: 90 Prozent bereits zerstört – doch es gibt Hoffnung

Grüne Umgebung mit Grasland im unteren Bildbereich.

Experte: Landwirtschaft auf Mooren hat Grenzen - Bayerns Moore verschwinden: 90 Prozent bereits zerstört – doch es gibt Hoffnung

Bayern steht vor einer drohenden Krise: Trockengelegte Moore verschwinden zusehends

Experten warnen, dass bis zu 40 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Moorflächen in der Region innerhalb der nächsten 30 Jahre verloren gehen könnten. Das Thema rückt am Welttag der Feuchtgebiete in den Fokus, der seit 1997 jährlich am 2. Februar begangen wird.

Jahrzehntelang wurden Moore trockengelegt, um Platz für die Landwirtschaft und den Torfabbau zu schaffen. Heute sind nur noch 10 Prozent der ursprünglichen bayerischen Moorflächen intakt – 90 Prozent sind bereits durch Entwässerung zerstört. Professor Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf prognostiziert, dass ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Moore bereits in 15 Jahren in ihrer aktuellen Form nicht mehr nutzbar sein könnte.

Als beste Lösung, um weiteren Schaden zu stoppen, gilt nun die Wiedervernässung. Umweltverbände und Forscher wie Drösler unterstützen diesen Ansatz. Die bayerische Staatsregierung hat bereits mit Renaturierungsmaßnahmen begonnen: Bis Anfang 2026 sollen rund 15.000 Hektar der insgesamt 220.000 Hektar Moorfläche wiedervernässt sein. Das Ziel: Bis 2040 ein Viertel aller Moore zu restaurieren.

Auch wirtschaftlich könnten wiedervernässte Moore durch Paludikultur – den Anbau von Pflanzen wie Schilf oder Rohrkolben – genutzt werden. Diese Rohstoffe lassen sich für Papier, Baustoffe und andere Industrien verwenden und bieten eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft.

Ohne Gegenmaßnahmen wird die Bodensenkung große Moorgebiete unbrauchbar machen. Durch Wiedervernässung und Paludikultur ließen sich diese Landschaften erhalten und gleichzeitig neue Wirtschaftszweige fördern. Der Plan bis 2040 markiert einen Wandel im Umgang Bayerns mit seinen verbleibenden Mooren.