Berliner Palliativmediziner vor Prozessende: 15 Morde und ein umstrittenes Gutachten
Johanna PetersBerliner Palliativmediziner vor Prozessende: 15 Morde und ein umstrittenes Gutachten
Der Mordprozess gegen einen Palliativmediziner in Berlin nähert sich der Schlussphase. Das Verfahren vor dem Landgericht Berlin begann im Juli 2025 und dauert nun bereits fast ein Jahr an. Der Angeklagte befindet sich seit seiner Festnahme Anfang August 2024 in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt zunächst 15 Morde zwischen September 2021 und Juli 2024 vor. Die Anklage geht von vorsätzlichen Taten mit niedrigen Beweggründen aus. Parallel zum Prozess prüfen die Ermittler noch 76 weitere mögliche Fälle.
Bald wird das Verfahren mit der Vorlage eines psychiatrischen Gutachtens fortgesetzt. Diese Expertise soll die Persönlichkeit des Angeklagten sowie seine Schuldfähigkeit bewerten. Nach der Begutachtung könnte das Gericht die Beweisaufnahme abschließen.
Ende April fand im Rahmen der laufenden Ermittlungen eine Exhumierung statt. Die Plädoyers könnten bereits am Montag, dem 29. Juni, beginnen. Das psychiatrische Gutachten wird eine zentrale Rolle für das weitere Vorgehen spielen. Die Entscheidung des Gerichts zur Schuldfähigkeit wird den Ausgang des Prozesses maßgeblich beeinflussen. Sollte die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, folgen die Schlussplädoyers der Staatsanwaltschaft.
