Beutin wirft CDU "geistige Mittäterschaft" vor – und löst politischen Eklat aus
Johanna PetersBeutin wirft CDU "geistige Mittäterschaft" vor – und löst politischen Eklat aus
Ein heftiger politischer Streit ist entbrannt, nachdem der die linke-Bundestagsabgeordnete Lorenz Gösta Beutin führenden cdu-Politikern "geistige Mittäterschaft" mit dem Faschismus vorgeworfen hat. Der Eklat folgt auf Äußerungen beim 38. cdu-Parteitag in Stuttgart, wo es zu Spannungen wegen Vergleichen zwischen links- und rechtsextremer Politik kam.
Beutin, ein ausgebildeter Historiker mit Schwerpunkt Nationalsozialismus, richtete seine Kritik gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und den cdu/CSU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn.
Auslöser der Auseinandersetzung war eine Aussage Merz', der in seiner Stuttgarter Rede die Linke mit der rechtspopulistischen AfD gleichgesetzt haben soll. Beutin konterte scharf und warf den Konservativen vor, sie hätten historisch "Hitler den Weg geebnet, ihn an die Macht gebracht und das Ermächtigungsgesetz unterstützt". Zudem mahnte er: "Die Geschichte lehrt uns, wachsam zu bleiben".
In seinem Beitrag erwähnte Beutin nicht, dass auch viele Konservative unter dem NS-Regime gelitten hatten. Stattdessen konzentrierte er sich auf eine von ihm wahrgenommene gefährliche rhetorische Verschiebung. Seine Kritik galt auch Söder, dem er vorwarf, mit einer an die AfD erinnernden "Frontalattacke" gegen NGOs vorzugehen. Söder verbreite "rechte Falschmeldungen", so Beutin – ohne jedoch konkrete Aussagen zu benennen, die er als falsch einstuft.
Auch Spahn geriet in die Kritik, nachdem er angeblich die Linke-Co-Vorsitzende Heidi Reichinnek mit dem ehemaligen DDR-Staatschef Erich Honecker verglichen haben soll. Auf die Frage, ob die cdu/CSU Gefahr laufe, als "rechtsextremer Verdachtsfall" eingestuft zu werden, schlug Beutin vor, es wäre besser, die Parteien "kehrten zu demokratischen Prinzipien zurück".
Die cdu/CSU hat sich bisher nicht öffentlich zu Beutins Vorwürfen geäußert. Der Schlagabtausch unterstreicht die wachsenden Gräben darüber, wie sich Deutschlands etablierte Parteien mit extremistischem Gedankengut auseinandersetzen. Die Debatte reiht sich ein in eine Serie eskalierender politischer Konflikte vor den anstehenden Wahlen.






