Brandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel und politischer Schuldzuweisung
Philipp LangeBrandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel und politischer Schuldzuweisung
Brandenburgs Schulen stehen vor wachsenden Herausforderungen, nachdem der Rekordmangel an Lehrkräften die Bedingungen in der gesamten Region weiter verschärft hat. Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) macht jüngste Haushaltskürzungen für die Vertiefung der Krise verantwortlich. Unterdessen hat sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) von seinem ehemaligen Koalitionspartner, der SPD, abgewandt und die frühere Unterstützung für die Bildungspolitik als Fehler bezeichnet.
Die aktuellen Engpässe gehen teilweise auf Entscheidungen der vorherigen SPD-BSW-Regierung zurück. Der Haushalt 2025 strich 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte – eine Maßnahme, die Hoffmann als maßgeblichen Verschärfungsfaktor bezeichnet. Zudem führte eine zusätzliche Wochenstunde im zweiten Schulhalbjahr zu weiterer Belastung des Personals.
Die BSW-Landesvorsitzende Friederike Benda wies Hoffmanns Vorwürfe als "lächerlich" zurück. Die Probleme im Brandenburger Bildungssystem hätten nicht erst in den letzten zwölf Monaten der Koalition begonnen, argumentierte sie. Stattdessen machte sie den früheren SPD-Minister Steffen Freiberg und den damaligen Finanzminister Robert Crumbach – beide mittlerweile wieder bei der SPD – für die Kürzungen und die zusätzliche Unterrichtsstunde verantwortlich.
Crumbach, der zum Zeitpunkt der Entscheidungen noch BSW-Mitglied war, hatte zuvor auch den Landesvorsitz der Partei inne, bevor Benda die Führung übernahm. Das BSW räumt nun ein, die Bildungspolitik der SPD unterstützt zu haben, sei ein Fehler gewesen – ein klarer Bruch mit der früheren Allianz.
Der Streit lässt das Brandenburger Schulsystem unter Druck: Weniger Lehrkräfte und steigende Arbeitsbelastungen prägen den Alltag. Hoffmanns Kritik unterstreicht die Folgen vergangener Haushaltsentscheidungen, während sich das BSW von einst mitgetragener Politik distanziert. Die Auseinandersetzung deutet auf weitere Spannungen zwischen den Parteien hin, wie die anhaltende Krise zu bewältigen ist.






