Brexit drückt britische Autoindustrie in die tiefste Krise seit Jahrzehnten
Lotta SchulteBrexit drückt britische Autoindustrie in die tiefste Krise seit Jahrzehnten
Die anhaltende Unsicherheit durch den Brexit belastet die britische Automobilindustrie weiterhin stark. Die Fahrzeugproduktion ist in diesem Jahr bisher um 21 Prozent eingebrochen, während die Verkäufe um 3 Prozent zurückgingen. Nun steht der Sektor vor weiteren Herausforderungen, da er sich auf tiefgreifende regulatorische und handelspolitische Veränderungen vorbereiten muss.
Das weltweit harmonisierte Prüfverfahren für leichte Nutzfahrzeuge (WLTP) hat die Compliance-Anforderungen deutlich verschärft. Jede Fahrzeugvariante erfordert nun zehn- bis hundertmal mehr Tests als zuvor. Dies erhöht den Druck auf die Hersteller, die ohnehin bereits mit einer Marktabschwächung zu kämpfen haben.
Selbst nach dem Brexit müssen voraussichtlich 50 Prozent der in Großbritannien produzierten Fahrzeuge weiterhin die EU-Vorschriften erfüllen. Die Rolle des Landes in der europäischen Automobil-Zulieferkette wird sich wandeln – vom zentralen Knotenpunkt hin zu einem Randakteur. Ein ungeregelter Brexit könnte schwere Störungen mit sich bringen und die Hersteller (OEMs) sowie Zulieferer zwingen, schnell zu handeln, um flächendeckende Schäden für die Branche abzuwenden.
Die Investitionen sind aufgrund der Unsicherheit bereits in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen. Unternehmen können nicht länger auf politische Entscheidungen warten und müssen nun kritische Weichenstellungen vornehmen, um ihre Geschäftsaktivitäten zu schützen. Der Flughafen Heathrow hat bereits 1,6 Milliarden Pfund aufgebracht, um sich auf mögliche Brexit-bedingte Störungen vorzubereiten – ein Zeichen für die übergreifenden wirtschaftlichen Sorgen.
Die Automobilbranche muss sich an strengere Testvorgaben und mögliche Handelsbarrieren anpassen. Ohne klare Abkommen riskieren die Hersteller weitere Rückgänge in Produktion und Absatz. Die Akteure der Branche ergreifen nun Maßnahmen, um die Auswirkungen des Brexit auf ihre Unternehmen zu begrenzen.






