Bundesregierung lehnt Extra-Förderung für Tierschutz ab – GAK bleibt einzige Lösung
Lotta SchulteBundesregierung lehnt Extra-Förderung für Tierschutz ab – GAK bleibt einzige Lösung
Die Bundesregierung hat eine neue eigenständige Förderregelung für Tierhaltungsbetriebe mit höheren Tierschutzstandards ausgeschlossen. Stattdessen sollen die Mittel über das bestehende Programm "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) fließen. Die Entscheidung folgt auf Kritik aus der Opposition und anhaltende Haushaltsengpässe auf Bundes- und Landwirtschaftsebene.
Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die Initiative Tierwohl ab 2027 vor großen Herausforderungen steht – darunter verpflichtende Rückverfolgbarkeit und Finanzierungsänderungen, die die Ferkelaufzucht und Mastbetriebe in Bayern gefährden könnten.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sicherte über die GAK ab September 150 Millionen Euro für Tierschutzmaßnahmen. Das Ministerium begründete dies damit, dass durch die Kombination von Bundes- und Landesmitteln die begrenzten Finanzmittel optimal genutzt würden. Der CDU-Berichterstatter Oliver Vogt wies jedoch Forderungen nach einem separaten Bundesprogramm zurück und verwies auf instabile Haushaltslagen, ausstehende Reformen des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes und fehlende regulatorische Anpassungen.
Der grüne Berichterstatter Leon Eckert kritisierte scharf die Handhabung der GAK durch die Regierung und bezeichnete die Kürzung um 150 Millionen Euro als "einen Fehler, der sich nicht wiederholen darf". Vogt entgegnete, die CDU habe Rainer dafür gedankt, die Unsicherheit bei den GAK-Mitteln behoben zu haben. Der Haushaltsausschuss führte zudem eine neue Regel ein, die vor Planak-Entscheidungen eine Abstimmung vorschreibt – allerdings betonten Beamte, dies stehe nicht im Zusammenhang mit dem GAK-Streit, sondern diene der strengeren Kontrolle des 907-Millionen-Euro-Fonds.
Unterdessen sieht sich die Initiative Tierwohl ab 2027 wachsenden Problemen gegenüber. Strengere Rückverfolgbarkeitsvorgaben und Finanzierungsreformen drohen Lücken zwischen Ferkelproduktion und Mast in Bayern zu reißen. Landwirte warnen, dies könnte Vermarktung, Prämienzahlungen und die langfristige Planung der Branche beeinträchtigen.
Die Bundesregierung hat klar gemacht, dass es keine zusätzlichen finanziellen Spielräume für ein neues Programm außerhalb der GAK gibt. Die Haushaltszwänge auf Bundes- und Landwirtschaftsebene lassen kaum Raum für weitere Ausgaben im Bereich Tierschutz. Die über die GAK bereitgestellten 150 Millionen Euro sind nun der zentrale Finanzierungsweg für Verbesserungen im Tierschutz. Landwirte und Produzenten in Bayern müssen die anstehenden Änderungen bei Rückverfolgbarkeit und Finanzierung ohne zusätzliche Bundeshilfen bewältigen. Die Konzentration auf die GAK spiegelt die allgemeinen Haushaltsgrenzen wider sowie die Präferenz für gebündelte Mittel statt einzelner Förderprogramme.






