CDU-Politiker berührt AfD-Kandidaten – und löst damit einen Eklat aus
Lotta SchulteCDU-Politiker berührt AfD-Kandidaten – und löst damit einen Eklat aus
In Deutschlands politischem Gefüge zeichnet sich ein Wandel ab: Die jahrzehntelang aufrechterhaltene Brandmauer gegen die rechtspopulistische AfD zeigt erste Risse. Aktuelle Entwicklungen deuten auf eine zunehmende Annäherung zwischen etablierten Parteien und der AfD hin – und lösen damit eine breite Debatte aus.
Die AfD liegt Umfragen zufolge mit 29 Prozent erstmals klar vorne, neun Punkte vor der CDU. Dieser Aufstieg fällt zusammen mit dem Ziel der Partei, bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die absolute Mehrheit zu erringen.
Bei einer Podiumsdiskussion legte CDU-Landeschef Guido Heuer dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund demonstrativ die Hand auf die Schulter. Der Moment – ausgelöst auch durch ein defektes Mikrofon – sorgte umgehend für Empörung. Kritiker wie die Linken-Vorsitzende Eva von Angern verurteilten die Geste scharf: Demokraten dürften mit AfD-Vertretern keine körperliche Nähe zeigen. Auch die Grünen warnten vor einer Verwischung der Grenzen zwischen CDU und AfD.
Die CDU reagierte schnell auf den Eklat. Parteivertreter rechtfertigten die Handlung, entschuldigten sich zugleich und sprachen von einem „massiven Problem“. Unterdessen äußerte ZDF-Moderator Markus Lanz Unbehagen über die zunehmende Ausgrenzung von AfD-Politikern aus der öffentlichen Debatte.
Der Vorfall unterstreicht die schleichende Normalisierung der AfD in der deutschen Politik. Mit steigenden Umfragewerten und wachsender Kritik an Kontakten etablierter Akteure zu der Partei bröckelt die einst klare Abgrenzung zum rechten Rand zusehends.






