27 April 2026, 22:14

CDU-Skandal in Biebesheim: AfD-Bündnis spaltet die Partei und löst Ausschlussverfahren aus

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die seine politischen Teilungen zeigt, auf Papier mit Text über und unter der Karte gedruckt.

CDU-Skandal in Biebesheim: AfD-Bündnis spaltet die Partei und löst Ausschlussverfahren aus

In der CDU ist ein Streit entbrannt, nachdem lokale Mitglieder in Biebesheim am Rhein mit der AfD zusammenarbeiteten, um einen stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Der Schritt hat Ausschlussverfahren gegen die Beteiligten zur Folge. Die Parteiführung verurteilte die gemeinsame Abstimmung als unabgestimmt und gegen interne Regeln verstoßend.

Die Entscheidung fiel, nachdem ein Bündnis aus CDU und AfD erfolgreich einen AfD-Kandidaten in den Gemeindevorstand gebracht hatte.

Die Kontroverse begann, als CDU- und AfD-Stadträte in Biebesheim am Rhein eine gemeinsame Liste für die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters einreichten. Ihr Vorschlag war eine Reaktion auf eine Gegenkandidatur von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 der 31 Sitze im Stadtrat halten.

Nach dem Scheitern der ersten Liste überarbeiteten CDU und AfD ihre Kandidaten und wählten schließlich den AfD-Politiker Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte offen dafür plädiert, dass seine Partei einen Posten als stellvertretender Bürgermeister sichert – obwohl die CDU nur acht Sitze hält, während die AfD sechs Mandate innehat.

Der hessische CDU-Landesgeschäftsführer Leopold Born verteidigte die lokale Entscheidung als "schnell und entschlossen". Doch der CDU-Kreisverband Groß-Gerau zeigte sich unnachgiebig. Der Vorsitzende Stefan Sauer kündigte Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder an, bezeichnete den Schritt als "nicht verhandelbar" und deutete weitere Konsequenzen an.

Die bundesweite Linie der CDU verbietet eine Zusammenarbeit mit der AfD. Der Kreisverband stufte die gemeinsame Abstimmung als "spontan und unkoordiniert" ein. Dies entspricht einem größeren Trend: Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) ergab, dass es in 19 Prozent von 5.000 kommunalen Abstimmungen zwischen 2019 und 2024 direkte Kooperationen mit der AfD gab. Besonders häufig arbeiteten dabei fraktionslose oder Abgeordnete kleiner Parteien mit der AfD zusammen.

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Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau ermittelt nun gegen die Mitglieder, die das AfD-Bündnis unterstützten. Ausschlussverfahren sind bereits eingeleitet, weitere Schritte möglich. Unterdessen zeigt die WZB-Studie, dass lokale Zusammenarbeit mit der AfD – trotz aller Kontroversen – ein wiederkehrendes Thema in der deutschen Kommunalpolitik bleibt.

Quelle