Chaos am Flughafen München: 600 Passagiere stecken stundenlang bei -19°C fest
Emil KrügerVerpflichtender Übernachtungsaufenthalt im Flugzeug - Kritik von der Feuerwehr - Chaos am Flughafen München: 600 Passagiere stecken stundenlang bei -19°C fest
Hunderte Passagiere verbrachten die Nacht in Flugzeugen festgesetzt, nachdem starker Schneefall den Betrieb am Flughafen München lahmgelegt hatte. Sechs Maschinen mit insgesamt etwa 600 Menschen an Bord saßen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens am Freitag, dem 12. Januar 2024, auf dem Rollfeld fest. Die Temperaturen waren auf -19°C gestürzt, was die vereisten Start- und Landebahnen zusätzlich gefährlich machte.
Das Ereignis ereignete sich während der nächtlichen Flugbeschränkungen, für die der Flughafen Düsseldorf Flughafen eine Sondergenehmigung erhalten hatte. Diese erlaubte es den Flugzeugen, bis 1 Uhr morgens auf die Pisten zu rollen – ein Start war wegen des Schneesturms jedoch unmöglich. Alle Passagiere waren bereits an Bord und startbereit.
Die Flughafenfeuerwehr wurde trotz ihrer speziellen Treppenfahrzeuge, die eine sichere Evakuierung der Passagiere ermöglicht hätten, nicht hinzugezogen. Siegfried Maier, Bundesvorsitzender des Deutschen Feuerwehrverbandes, kritisierte das Nicht-Eingreifen scharf: Die Feuerwehr hätte nicht nur beim Verlassen der Maschinen helfen, sondern bei Bedarf auch den Transport zu einem Terminal organisieren können.
Die Flughafen München GmbH und die Lufthansa haben inzwischen eine Pressekonferenz anberaumt, um Stellung zu nehmen. Der Feuerwehrverband fordert unterdessen Konsequenzen, um künftig ähnliche Vorfälle zu vermeiden.
Die eisigen Temperaturen und der heftige Schneefall dürften maßgeblich zum Chaos beigetragen haben: Glatte Pisten und schlechte Bodenhaftung behinderten die Bewegungen der Fahrzeuge am Boden. Zwar liegen keine genauen Daten vor, doch derartige Bedingungen führen in der Region regelmäßig zu schweren Beeinträchtigungen des Flugbetriebs.
Erst nach stundenlangen Verzögerungen konnten die gestrandeten Passagiere die Maschinen verlassen. Der Feuerwehrverband verlangt eine Überprüfung der Notfallpläne, um bei Extremwetterlagen künftig eine bessere Koordination zu gewährleisten. Eine ausführliche Erklärung von Flughafen- und Airline-Vertretern wird auf der anstehenden Pressekonferenz erwartet.






