Charli XCX in Berlinale-Eklat: Ungewollte Nähe zu russischer Stiftung entfacht Debatte
Philipp LangeCharli XCX in Berlinale-Eklat: Ungewollte Nähe zu russischer Stiftung entfacht Debatte
Popstar Charli XCX gerät nach Berlinale-Nachfeier in unerwartete Kontroverse
Die Sängerin Charli XCX sieht sich nach dem Besuch einer Aftershow-Party zu ihrem neuen Mockumentary The Moment mit unerwarteter Kritik konfrontiert. Die Veranstaltung fand in Berlin statt – im Anschluss an die Premiere des Films auf der Berlinale – und soll Verbindungen zu einer Stiftung mit Bezügen zur russischen Regierung gehabt haben.
Mittlerweile hat sich die Künstlerin zu den Vorwürfen geäußert, ihre Ablehnung der russischen Angriffskriegs in der Ukraine betont und versichert, von den Hintergründen der Gastgeberin nichts gewusst zu haben.
The Moment, eine satirische Abrechnung mit der Musikindustrie unter der Regie von Aidan Zamiri, feierte auf der Berlinale seine internationale Premiere. Der Film, in dem Charli XCX neben anderen Darstellern die Hauptrolle spielt, sorgt bereits für Gesprächsstoff – nicht nur wegen seines Humors, sondern auch dank seiner memetauglichen Szenen. Die Kritiker des New Musical Express (NME) vergaben drei von fünf Sternen und hoben besonders die Leistung der Künstlerin als herausragendes Element hervor.
Nach der Premiere besuchte Charli XCX eine Aftershow-Party in Berlin. Später wurde bekannt, dass die Veranstaltung von Anastasia Shevtsova ausgerichtet worden sein soll, der mutmaßliche Verbindungen zur Tradizija-Stiftung (Traditsiya Foundation) nachgesagt werden. Diese Organisation, die von der russischen Regierung finanziert wird, fördert traditionelle Werte, die orthodoxe Kirche sowie anti-LGBTQ+-Initiativen – sowohl in Russland als auch international. Seit ihrer Gründung um 2022 unterstützt die Stiftung internationale Konferenzen, Bildungsprogramme und Kulturkampagnen, die patriotische und antwestliche Haltungen stärken sollen.
Shevtsova hat sich inzwischen von der Kontroverse distanziert und jede Beteiligung am Ukraine-Krieg bestritten. Charli XCX erklärte daraufhin, sie und ihr Team hätten keine Kenntnis von den angeblichen Verbindungen der Gastgeberin gehabt. Die Sängerin bekräftigte zudem ihre Ablehnung der russischen Politik in der Ukraine und bekundete ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk.
Abseits des Films hat Charli XCX kürzlich den Soundtrack für die anstehende Neuverfilmung von Sturmhöhe (Wuthering Heights) komponiert, in der Jacob Elordi und Margot Robbie die Hauptrollen übernehmen. Das dazugehörige Album, das eine Zusammenarbeit mit Sky Ferreira enthält, erhielt vom NME vier von fünf Sternen.
Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtungen zwischen kulturellen Veranstaltungen und politischen Organisationen. Während Charli XCX' Team betont, von den angeblichen Verbindungen der Nachfeier nichts gewusst zu haben, hat die Künstlerin ihre Unterstützung für die Ukraine erneut deutlich gemacht.
The Moment bleibt weiterhin Gesprächsthema – sowohl wegen seines satirischen Inhalts als auch wegen der unerwarteten Debatte um die Berlinale-Premiere.






