Chilipulver hält Waschbären von Vogelfutterstellen fern – so funktioniert's
Emil KrügerChilipulver hält Waschbären von Vogelfutterstellen fern – so funktioniert's
Waschbären entwickeln sich zunehmend zu einem Problem in deutschen Städten – sie beschädigen Vogelfutterstellen und Nester. Seit 2020 haben sich ihre Bestände stark vermehrt, besonders in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Kassel und Stuttgart. Um die Futterstellen zu schützen, empfehlen Expert:innen einfache, aber wirksame Maßnahmen – darunter ein überraschender Helfer: Chilipulver.
Die städtischen Waschbärenpopulationen wachsen rasant, begünstigt durch reichlich Nahrung und ihre Anpassungsfähigkeit. Die Tiere stellen mittlerweile eine Bedrohung für die Gartentierwelt dar, da sie häufig Vogelfutterstellen plündern und Nester stören. Besonders in Städten wie Berlin und Stuttgart ist ihre Aktivität am höchsten, mit immer häufigeren Sichtungen.
Eine Lösung besteht darin, eine Prise Chilipulver unter das Vogelfutter zu mischen. Das in Chili enthaltene Capsaicin reizt die TRPV1-Rezeptoren von Säugetieren und hält so Waschbären, Eichhörnchen, Mäuse und Ratten fern. Vögel bleiben davon jedoch unbeeindruckt, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt. Meisen, Sperlinge und andere Arten fressen weiterhin unbeschwert.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät zu reinem Chilipulver oder -flocken und warnt vor scharfen Saucen, die schädliche Zusätze wie Salz enthalten können. Zwar hält Chili Säugetiere fern, doch gegen unerwünschte Vogelarten oder mechanische Beschädigungen der Futterstellen hilft es nicht. Besser ist es, die Futterstellen nachts zu sichern oder auf Metallstangen zu montieren.
Um Konkurrenz zu verringern, können separate Futterstellen für Eichhörnchen mit Haselnüssen, Walnüssen oder Buchenmast eingerichtet werden. Gleichzeitig locken vielseitige Futtersorten wie Sonnenblumenkerne und Hanf eine größere Vielfalt an Vögeln an – und beleben so den Garten für die Tierwelt.
Chilipulver bietet eine einfache Methode, um Vogelfutterstellen vor Waschbären und anderen Säugetieren zu schützen. In Kombination mit mechanischen Barrieren und getrennten Futterplätzen trägt es zu einem ausgewogenen Gartenosystem bei. So bleiben die Vögel willkommene Gäste, während unerwünschte Schädlinge fernbleiben.






