Chinas Außenminister warnt auf Münchner Sicherheitskonferenz vor Zerfall des Multilateralismus
Chinas Außenminister warnt auf Münchner Sicherheitskonferenz vor Zerfall des Multilateralismus
Chinas Außenminister Wang Yi hat auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz zu einer stärkeren Unterstützung der Vereinten Nationen aufgerufen. Er warnte, dass die globale Stabilität zu bröckeln drohe, wenn es keine geschlossene Haltung zum Multilateralismus gebe. Seine Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund wachsender Spannungen über die Rolle der UN bei der Konfliktlösung und der Friedenssicherung.
Wang Yi betonte, die UN bleibe trotz ihrer Schwächen das wirksamste Instrument zur Förderung internationaler Zusammenarbeit – ein Verzicht darauf könnte die Welt seiner Ansicht nach in ein System zurückwerfen, das vom "Recht des Stärkeren" geprägt sei. Seine Worte standen in direktem Widerspruch zu Kritik des US-Außenministers Marco Rubio, der zuvor auf derselben Veranstaltung die Effektivität der UN infrage gestellt hatte.
Der chinesische Minister rief zudem zu einer neuen globalen Initiative auf, um ein gerechteres internationales System zu schaffen. Er argumentierte, das Vertrauen zwischen den Nationen müsse wiederaufgebaut werden, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen – von Sicherheitskrisen bis hin zu wirtschaftlicher Instabilität. Wang Yi verwies auf die lange Geschichte der Zusammenarbeit zwischen China und Europa und forderte beide auf, die Gestaltung einer "multipolaren und friedlichen Welt" voranzutreiben.
In seiner Rede bezeichnete er die aktuelle Phase als Scheideweg für die Menschheit. Ohne kollektives Handeln, so seine Warnung, könnten sich die Gräben vertiefen und künftigen Frieden sowie Fortschritt gefährden. Die Äußerungen fielen in eine Zeit sich wandelnder US-Politik: von Präsident Bidens multilateralem Engagement – etwa der Verlängerung des New-START-Vertrags mit Russland – bis hin zum Rückzug der USA unter dem ehemaligen Präsidenten Trump 2026 aus mehreren UN-Organisationen, was die amerikanische Unterstützung für UN-geführte Konfliktlösungen in der Ukraine und im Nahen Osten schwächte.
Wang Yis Vorschläge auf der Münchner Sicherheitskonferenz unterstreichen Chinas Bestrebungen, die UN zu stärken und die internationale Zusammenarbeit auszubauen. Seine Warnungen vor Zersplitterung und Misstrauen spiegeln die wachsende Sorge über den Rückgang des Multilateralismus wider. Der Aufruf zu einem gerechteren globalen System steht nun vor der Herausforderung, breite Zustimmung zu finden – angesichts unterschiedlicher nationaler Prioritäten.
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