11 January 2026, 14:29

Datev-Panne: Gehaltsdaten an falsche Firmen verschickt – was jetzt droht

Zwei Frauen an einem Tisch mit Laptops, einer Flasche, einem Stift und Papier in einem Büro mit einer roten Backsteinwand, Deckenlampen, einer Treppe und einer Eingangstür im Hintergrund.

Datev-Panne: Gehaltsdaten an falsche Firmen verschickt – was jetzt droht

Schwerwiegender IT-Ausfall bei Datev: Gehaltsdaten an falsche Empfänger übermittelt

Ein gravierender technischer Zwischenfall im Rechenzentrum des IT-Dienstleisters Datev hat vertrauliche Gehaltsabrechnungen an falsche Adressaten weitergeleitet. Durch eine Störung in der Lohnabrechnungssoftware Lodas wurden sensible Testabrechnungen an nicht beteiligte Unternehmen verschickt. Viele betroffene Firmen wissen bis heute nicht, dass ihre Daten kompromittiert wurden.

Auslöser des Problems war ein technischer Fehler, durch den Test-Gehaltslaufdaten über 48 Stunden lang nicht an die richtigen Empfänger übermittelt wurden. Stattdessen gelangten die Dokumente – enthaltend Namen, Adressen, Sozialversicherungsnummern und Gehaltsangaben – an zufällige Kunden. Datev behauptete zwar, den Fehler behoben zu haben, doch der Reparaturversuch verschlimmerte die Lage: Noch mehr vertrauliche Dateien wurden fehlerhaft zugestellt.

Nach EU-Datenschutzbestimmungen handelt es sich vermutlich um einen meldepflichtigen Datenschutzvorfall. Betroffene Steuerberatungskanzleien und Unternehmen müssen nun innerhalb von 72 Stunden ihre lokale Datenschutzbehörde informieren. Zudem sind sie verpflichtet, eigene Mandanten und Mitarbeiter über die Datenpanne zu unterrichten. Datev hat zwar damit begonnen, die betroffenen Kunden zu identifizieren, überlässt ihnen jedoch die Meldung des Vorfalls. Wie viele Unternehmen betroffen sind und ob alle kontaktiert wurden, teilte das Unternehmen bisher nicht mit. Der unabhängige IT-Blogger Günter Born hatte als Erster auf seinem Portal auf das Ausmaß des Problems hingewiesen und Datevs Krisenmanagement scharf kritisiert.

Die Datenpanne zwingt die betroffenen Firmen nun, unter Zeitdruck die gesetzlichen Meldefristen einzuhalten. Sie müssen den Vorfall nicht nur den Aufsichtsbehörden melden, sondern auch Mitarbeiter und Kunden warnen. Datevs Reaktion lässt viele Unternehmen jedoch im Unklaren über das volle Ausmaß der Datenfreigabe.