06 March 2026, 12:17

Deutsches Projekt ProBatman revolutioniert das Lithium-Batterie-Recycling mit weniger Energie und Abfall

Ein Mitsubishi Lancer EV, das nachts auf einer Straße geparkt ist, umgeben von Gebäuden, Geschäften, Schaufensterpuppen, Schildern und Lichtern.

Deutsches Projekt ProBatman revolutioniert das Lithium-Batterie-Recycling mit weniger Energie und Abfall

Neues deutsches Forschungsprojekt nimmt Herausforderungen des Lithium-Ionen-Batterie-Recyclings in Angriff

Unter dem Namen ProBatman startet eine Initiative, die mehr Materialien aus gebrauchten Batterien zurückgewinnen will – bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch und weniger Abfall. Aktuelle Verfahren fördern nur einen Bruchteil der wertvollen Bestandteile zutage und sind oft mit hohem Energieaufwand oder zusätzlichen Chemikalien verbunden.

An dem Projekt beteiligen sich führende Akteure aus Industrie und Forschung. Zum Kernkonsortium zählen die BMW AG, die EurA AG, das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC), die Netzsch-Gruppe und die Universität Würzburg. Weitere Partner unterstützen das Vorhaben zusätzlich.

Das Fraunhofer ISC steuert sowohl wissenschaftliches Know-how als auch eine Pilotproduktionslinie für Pouch-Zellen bei. Seine Expertise soll helfen, die Recyclingkette zu optimieren, um höhere Reinheit und eine bessere Materialrückgewinnung zu erreichen. Auch das Fraunhofer-Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektromobilität (FZEB) ist beteiligt und konzentriert sich auf nachhaltige Lösungen.

Anders als herkömmliche Recyclingmethoden setzt ProBatman auf direktes Recycling – dabei werden zurückgewonnene Materialien ohne Zerlegung in Rohstoffe wiederverwendet. Zudem erforscht das Team Design-for-Recycling-Prinzipien und digitale Zwillinge, um die Effizienz zu steigern. Bis 2040 könnten in Deutschland jährlich bis zu 360.000 metrische Tonnen ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien anfallen. Gelingt das Projekt, ließen sich davon 340.000 Tonnen verarbeiten – und jährlich bis zu 1,3 Gigatonnen CO₂ einsparen.

Ziel ist es, möglichst viele Komponenten zurückzugewinnen, darunter flüchtige Substanzen und leitfähige Salze, die in aktuellen Verfahren oft verloren gehen und die Gesamtbilanz verschlechtern.

Unklar bleibt, wie viele Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland derzeit direkt am Lithium-Ionen-Batterie-Recycling beteiligt sind. Doch der Ansatz von ProBatman könnte branchenweit Maßstäbe setzen. Wird er im großen Stil umgesetzt, ließe sich bis zur Mitte des Jahrhunderts der Abfall- und Emissionsausstoß bei der Batterieentsorgung deutlich reduzieren.

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