Deutschland prüft Fracking als Lösung für die Gasversorgung der Zukunft
Philipp LangeDeutschland prüft Fracking als Lösung für die Gasversorgung der Zukunft
Deutschland erwägt Hydraulic Fracturing – auch Fracking genannt – als Möglichkeit, seine Erdgasversorgung zu steigern. Die Technik könnte die langfristige Energiesicherheit des Landes verbessern. Experten warnen jedoch, dass eine nennenswerte Förderung Jahre dauern würde.
Aktuell deckt Deutschland nur 4,2 Prozent seines Gasbedarfs aus heimischer Produktion. Falls Fracking ausgebaut wird, könnte die jährliche Förderung bis 2025 auf 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter steigen. Das würde 6 bis 12 Prozent des voraussichtlichen Gasverbrauchs des Landes zu diesem Zeitpunkt abdecken.
Das Land verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Förderung würde Hunderte von Bohrungen erfordern. Der Aufbau einer Industrie, die eine bedeutende Produktion ermöglicht, würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Selbst dann wäre die zusätzliche Gasmenge im globalen Maßstab bescheiden und würde die Weltmarktpreise voraussichtlich nicht beeinflussen.
Die Umweltrisiken gelten bei Einhaltung strenger Vorschriften als gering. Dennoch ist unklar, ob Fracking ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich rentabel wäre. Beamte betonen zudem, dass das Verfahren weder kurzfristige Gasengpässe lösen noch zu spürbaren Preissenkungen führen würde.
Fracking könnte ab Mitte der 2020er-Jahre einen Beitrag zum deutschen Energiemix leisten. Eine schnelle Entlastung bei Versorgungsproblemen oder Preisschwankungen wäre damit jedoch nicht verbunden. Der Erfolg eines solchen Vorhabens hängt von regulatorischen, wirtschaftlichen und technischen Faktoren ab.






