Deutschlands Solarmodul-Produktion kollabiert – trotz Rekordausbau der Solarenergie
Lotta SchulteDeutschlands Solarmodul-Produktion kollabiert – trotz Rekordausbau der Solarenergie
Deutschlands Solarmodul-Produktion bricht seit 2016 dramatisch ein
Die Herstellung von Solarmodulen in Deutschland ist seit 2016 stark zurückgegangen. Allein von 2023 auf 2024 sank die Produktion um 56 Prozent – in den ersten drei Quartalen 2025 wurden nur noch 509.200 Module gefertigt. Gleichzeitig boomt die Installation von Solaranlagen, angetrieben vor allem durch günstige Importe: 88 Prozent der Module stammen mittlerweile aus China.
Der Rückgang der heimischen Produktion steht im krassen Gegensatz zum wachsenden Zubau: 2024 kamen 99 Gigawatt (GW) Leistung hinzu, 2025 bereits 106 GW – größtenteils mit importierten Panels. Die billigen chinesischen Module und der allgemeine Preisverfall machen die lokale Fertigung unrentabel. Zwar treiben die Regierungsziele für erneuerbare Energien (215 GW bis 2030) den Ausbau voran, doch deutsche Hersteller bleiben weitgehend ungeschützt.
Hohe Stromkosten (35 Cent pro Kilowattstunde) im Vergleich zu günstigem Solarstrom (7 Cent pro kWh) fördern zwar die Eigennutzung, doch mehrere deutsche Hersteller – darunter Meyer Burger, Solarwatt und Heckert Solar – haben in diesem Jahr die Produktion eingestellt oder stark reduziert.
Im Mai 2023 kündigte die Solar Fabrik GmbH Pläne für ein neues Werk in Hösbach bei Aschaffenburg an, mit dem Ziel, jährlich 300 Megawatt TOPCon-Module zu produzieren. Doch nun gerät der Geschäftsführer des Unternehmens, Christian L., in juristische Schwierigkeiten: Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Zollstraftaten im Zusammenhang mit der ESC Verwaltungs GmbH & Co. KG, die er zwischen 2014 und 2016 leitete. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Christian L. hatte 2016 Teile der insolventen Solar-Fabrik AG übernommen. Die von ihm 2010 gegründete ESC Verwaltungs GmbH wurde 2022 liquidiert. Im Fokus der Ermittlungen stehen Aktivitäten während seiner Amtszeit dort.
Der Wegfall der Mindestimportpreise für chinesische Solarmodule im September 2018 verschärfte die Krise der europäischen Solarindustrie zusätzlich. Ohne Handelsbarrieren überschwemmten chinesische Panels den Markt und beschleunigten den Niedergang deutscher Hersteller.
Deutschland ist heute in hohem Maße von importierten Solarmodulen abhängig, während die eigene Produktion auf einem historischen Tiefstand liegt. Der Rechtsfall gegen Christian L. bringt zusätzliche Unsicherheit in einen ohnehin schon angeschlagenen Sektor. Zwar wächst der Ausbau der Solaranlagen – doch die Zukunft der heimischen Fertigung bleibt ungewiss.






