06 January 2026, 17:07

Die älteste spielbare Orgel der Welt steht versteckt in einer Dorfkirche

Musikinstrumente auf einem Holzfußboden angeordnet.

Die älteste spielbare Orgel der Welt steht versteckt in einer Dorfkirche

Versteckt in der St.-Andreas-Kirche in Östönnen steht die älteste spielbare Orgel der Welt

Die um 1425 erbaute Orgel feierte 2023 ihren 601. Geburtstag. Das Instrument bietet einen seltenen Einblick in die Musik des späten Mittelalters – und ist nach Jahrhunderten des Gebrauchs noch immer klangfähig.

Die Ursprünge der Orgel reichen bis etwa 1425 zurück, doch wer sie baute, ist nicht überliefert. Einige Historiker vermuten, dass Konrad von Worms ihr Schöpfer war. Ihr Windkasten, der älteste der Welt, der noch in Betrieb ist, stammt aus dem Jahr 1410. Die hölzernen Bauteile und die geschnitzten floralen Verzierungen machen sie zu einer "orgelhistorischen Rarität".

Mit zwei Metern Breite und vier Metern Höhe umfasst das Instrument 578 Bleipfeifen, von denen über die Hälfte auf das Jahr 1500 zurückgeht. Die Gemeinde von St. Andreas erwarb die Orgel 1722 von einer Nachbargemeinde in Soest. Der Organist Leon Berben beschreibt ihren Klang als "unglaublich intensiv" und "umarmend". Für die Gemeinde ist sie ein seltenes Juwel, das den Klang des späten Mittelalters bewahrt. Pfarrer Volker Kluft und Berben sind sich einig: Der beste Schutz für das Instrument liegt darin, es unverändert zu lassen. Ihr Alter und ihr einzigartiger Klang machen sie zu einem kulturellen Wahrzeichen. Die Gemeinde pflegt sie weiterhin mit Sorgfalt, um ihr Erbe für kommende Generationen zu bewahren.