02 April 2026, 14:14

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland betroffen

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die die prozentualen Anteile von minderjährigen Teenagern in den Bundesstaaten anzeigen, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Minderjährige Teenager können auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden, wenn sie einvernehmlichen Sex haben."

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland betroffen

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland

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Aktuelle Studien zufolge ist fast jeder zweite junge Mensch in Deutschland von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen setzte sich zum Ziel, das Problem durch Aufklärungsarbeit an Schulen einzudämmen. Die Workshops erreichten rund 5.000 Schülerinnen und Schüler – doch eine flächendeckende Umsetzung in ganz Deutschland steht noch aus.

Die Jugendsexualitätsstudie des Bundeszentralen für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) förderte alarmierende Zahlen zutage: Bis 2025 hatte fast jedes vierte Kind in Deutschland bereits Cybergrooming erlebt – also gezielte Online-Ansprache durch Täter, die oft in Belästigung oder Missbrauch eskaliert. Viele Vorfälle spielen sich aber auch in Freundeskreisen oder Klassenchats ab, häufig aus Naivität oder Gruppendruck.

Yasmina Ramdani leitete das Thüringer Pilotprojekt und führte Präventionsworkshops an Schulen durch. Dort lernten Jugendliche, digitale sexualisierte Gewalt zu erkennen und sich davor zu schützen. Doch viele Lehrkräfte fühlen sich trotz des Bewusstseins für die Schwere des Themas überfordert, wenn es um konkrete Fälle geht.

Expertinnen und Experten betonen die Verantwortung von Tech-Plattformen bei der Verhinderung solcher Straftaten. Auch Eltern kommen eine Schlüsselrolle zu: Gespräche über Grenzen und Respekt können Kinder schützen. Dennoch gibt es keine offiziellen Daten dazu, wie viele Schulen in Deutschland seit Ende des Pilotprojekts ähnliche Workshops eingeführt haben.

Das Thüringer Modellprojekt erreichte zwar Tausende Schülerinnen und Schüler mit Präventionsangeboten. Ohne eine bundesweite Ausweitung bleiben jedoch viele Jugendliche gefährdet. Schulen, Eltern und Technologieunternehmen müssen gemeinsam handeln, um der wachsenden Bedrohung durch digitale sexualisierte Gewalt entgegenzutreten.

Quelle