Dramatische Arbeitsmarkt-Prognose: Bis 2030 drohen massive Fachkräftelücken und Überschüsse
Emil KrügerDramatische Arbeitsmarkt-Prognose: Bis 2030 drohen massive Fachkräftelücken und Überschüsse
Eine neue Studie der Boston Consulting Group (BCG) zeigt dramatische Verschiebungen auf den globalen Arbeitsmärkten im kommenden Jahrzehnt auf. Demografische Veränderungen werden zu schweren Ungleichgewichten führen: Einige Länder müssen mit einem massiven Überschuss an Arbeitskräften rechnen, während andere mit wachsenden Engpässen kämpfen werden.
Für die USA wird im Jahr 2020 ein Überschuss von 17,1 bis 22 Millionen Arbeitskräften prognostiziert. Dieser Überschuss wird zwar schrumpfen, bleibt aber beträchtlich – mit mindestens 7,4 Millionen zusätzlichen Arbeitskräften bis 2030. Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien werden 2020 noch über kleine Überschüsse verfügen. Doch alle drei Länder werden im folgenden Jahrzehnt in einen Arbeitskräftemangel abrutschen.
Die Lage in Brasilien gestaltet sich weitaus schwieriger: Das Land könnte 2020 bis zu 8,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen, und dieser Mangel wird sich bis 2030 auf 40,9 Millionen ausweiten. China, das derzeit einen Überschuss von 55,2 bis 75,3 Millionen Arbeitskräften aufweist, könnte bis 2030 einen Mangel von bis zu 24,5 Millionen erleben.
Auch für Deutschland sieht die Prognose düster aus: Bis 2020 könnte ein Mangel von bis zu 2,4 Millionen Arbeitskräften entstehen. Diese Lücke wird sich deutlich vergrößern und bis 2030 auf 8,4 bis 10 Millionen anwachsen.
Rainer Strack, Senior Partner bei BCG, warnt, dass diese Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt erhebliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit haben werden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ausgeglichene Arbeitsmärkte selten sein werden – scharfe regionale Unterschiede werden die globale Wirtschaft in den kommenden Jahren prägen.
