Dramatischer Anstieg antisemitischer Vorfälle an bayerischen Schulen nach 2023
Philipp LangeDramatischer Anstieg antisemitischer Vorfälle an bayerischen Schulen nach 2023
Antisemitische Vorfälle an bayerischen Schulen nehmen dramatisch zu
In den vergangenen Jahren haben antisemitische Vorfälle an bayerischen Schulen stark zugenommen. Jüdische Schüler:innen und Lehrer:innen berichten von Belästigungen durch Mitschüler:innen und Kolleg:innen. Wie aus einem neuen Bericht des RIAS Bayern, der Meldestelle für antisemitische Vorfälle im Freistaat, hervorgeht, wurden zwischen 2019 und Mitte 2025 insgesamt 114 Fälle dokumentiert. Landesweit verdoppelten sich die Zahlen von 2023 auf 2024 nahezu.
Der deutliche Anstieg antisemitischer Vorfälle folgte auf den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023. RIAS Bayern verzeichnete 2023 insgesamt 761 Fälle – 2024 stieg die Zahl auf 1.515. Viele Jüdinnen und Juden verbergen inzwischen aus Angst religiöse Symbole oder meiden bestimmte Orte.
Betroffene berichten von antisemitischen 'Witzen', der Verharmlosung des Nationalsozialismus und gewalttätigen Äußerungen wie der Behauptung, ihre Vorfahren hätten 'vergast gehören'. Sowohl Schüler:innen als auch Lehrer:innen seien als Täter:innen aufgetreten. Als Reaktion fordern jüdische Gemeinschaften und Verbände eine stärkere schulische Aufklärung über das Judentum und Antisemitismus.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen, altersgerechten Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur. Die verschärfte Lage führe dazu, dass sich viele jüdische Schüler:innen und Lehrer:innen an bayerischen Schulen zunehmend unsicher fühlten.
Der drastische Anstieg antisemitischer Vorfälle hat Besorgnis über Sicherheit und Bildung verstärkt. Schulen stehen nun unter Druck, wirksamere Programme gegen Antisemitismus umzusetzen. Gleichzeitig sehen sich jüdische Gemeinschaften im Alltag weiter mit Feindseligkeiten konfrontiert.






