Drohende Treibstoffknappheit: Warum Deutschland bald an der Tankstelle schwitzen könnte
Lotta SchulteDrohende Treibstoffknappheit: Warum Deutschland bald an der Tankstelle schwitzen könnte
Deutschlands Treibstoffversorgung könnte in den kommenden Monaten ins Stocken geraten, falls sich die Spannungen im Golf weiter zuspitzen. Die Bundesregierung sieht zwar derzeit keine akute Knappheitsgefahr, doch Sorgen bleiben wegen möglicher Exportbeschränkungen der USA. Beamte warnen, dass ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten die Diesel- und Benzinreserven bis zum späten Frühling belasten könnte.
Laut Wirtschaftsministerium deckt Deutschland fast seinen gesamten Benzinbedarf aus eigener Produktion. Die heimischen Raffinerien liefern sogar etwas mehr, als das Land verbraucht. Bei Diesel hingegen wird der Bedarf nur zu etwa 90 Prozent durch inländische Herstellung gedeckt.
Ein zentrales Risiko geht derzeit vom Krieg im Nahen Osten aus, insbesondere von einer möglichen Sperrung der Straße von Hormus. Sollte sich der Konflikt hinziehen, rechnet das Ministerium ab Ende April oder Mai mit möglichen Engpässen bei Kraftstoffen. Michael Kellner, ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär unter Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck, kritisiert die Haltung der Regierung. Er wirft den Verantwortlichen vor, die Folgen potenzieller US-Exportverbote zu optimistisch zu bewerten.
Die US-Behörden haben bisher jede Absicht bestritten, Öl- und Gaslieferungen einzuschränken. Dennoch warnt Kellner, dass ein plötzlicher Stopp der amerikanischen Lieferungen deutsche Tankstellen trotzdem leer laufen lassen könnte. Die Bundesregierung betont indes, dass es derzeit keine physischen Engpässe gebe.
Aktuell bleibt die Treibstoffversorgung in Deutschland stabil, gestützt durch eine starke inländische Produktion. Doch die Drohung von US-Exportbeschränkungen und die anhaltenden Spannungen im Golf könnten die Lage ändern. Jede weitere Störung der globalen Ölströme könnte das Land bis zum Sommer gezwungen, sich noch stärker auf die eigenen Raffinerien zu verlassen.






