Energiewende lässt Netzentgelte für Haushalte explodieren – wer zahlt die Zeche?
Lotta SchulteEnergiewende lässt Netzentgelte für Haushalte explodieren – wer zahlt die Zeche?
Deutschlands Energiewende treibt die Netzentgelte für Haushalte in die Höhe. In den vergangenen drei Jahren sind die durchschnittlichen Kosten für einen deutschen Haushalt um 37 Euro pro Jahr gestiegen. Nun wachsen die Sorgen, wie sich diese Entwicklungen auf Verbraucher und Netzbetreiber gleichermaßen auswirken werden.
Eine parlamentarische Anfrage brachte zutage, dass Netzbetreiber zwischen 2006 und 2012 eine tatsächliche Gewinnmarge von 14,4 Prozent erzielten. Diese Zahl steht zunehmend in der Kritik, da die Kosten weiter steigen. Allein im Jahr 2015 entfiel auf das niederländische Unternehmen Tennet 70 Prozent der gesamten Ausgaben für die Netzstabilisierung.
Die Bundesnetzagentur hat nun reagiert. Ab 2018/2019 werden die Gewinnspannen für Netzbetreiber gekürzt. Bei Altanlagen sinkt die Marge von 7,14 auf 5,12 Prozent, bei Neuanlagen von 9,05 auf 6,91 Prozent. Kleine Betreiber könnten dadurch einen Wertverlust von bis zu 35 Prozent ihres Unternehmenswerts erleiden.
Einige Experten argumentieren, dass ein dezentraler Ansatz im Netzmanagement den Bedarf an vielen bestehenden Stromleitungen überflüssig machen könnte. Ein solcher Wandel könnte das gesamte System umgestalten und die Abhängigkeit von großflächiger Infrastruktur verringern.
Ziel der Änderungen ist es, die langfristigen Kosten für Verbraucher zu senken. Die Netzentgelte sind bereits deutlich gestiegen, und die neuen Gewinnregeln könnten die finanzielle Belastung mildern. Allerdings könnten kleinere Betreiber mit den geringeren Erträgen zu kämpfen haben.
