26 December 2025, 14:27

Erlangen testet halbtransparente Solarmodule an stark befahrener Straße

Eine Straßenszene mit mehreren Fahrzeugen, Gebäuden, Straßenlaternen, einem Schild an einem Pfahl, einem Feuerhydranten, Bäumen, Gras und dem Himmel.

Erlangen testet halbtransparente Solarmodule an stark befahrener Straße

Pilotprojekt in Erlangen testet halbtransparente Solarmodule an vielbefahrener Straße

Ein neues Pilotprojekt in Erlangen erprobt halbtransparente Solarpaneele entlang einer stark frequentierten vierspurigen Straße. Entwickelt wurde das Vorhaben von Solar TAP in Zusammenarbeit mit den Erlanger Stadtwerken; dabei kommen flexible Module des Herstellers Heliatek zum Einsatz. Ziel ist es, das Potenzial von Straßenrändern für die Erzeugung sauberer Energie zu erkunden. Der Testlauf fällt in eine Phase, in der Deutschland den Ausbau von Solarstrom entlang seines Verkehrsnetzes vorantreibt.

Seit Anfang 2023 werden Solaranlagen an Autobahnen im beschleunigten Genehmigungsverfahren geplant. Diese Vereinfachung soll Projekte wie das in Erlangen fördern, wo die Module an straßenbegleitenden Konstruktionen getestet werden. Die Technologie ließe sich auch an Radwegen einsetzen – mit dem zusätzlichen Nutzen, Radfahrern Schatten und Wetterschutz zu bieten.

Die Installation von Solarpaneelen an Straßenrändern – etwa an Lärmschutzwänden – ist kostengünstiger als der Bau vollständiger Überdachungen. Zudem können die Anlagen durch Beschattung die Lebensdauer des Asphalts verlängern, da sie Hitzeabbau reduzieren. Auf Straßen mit geringerer Geschwindigkeit reichen leichtere und günstigere Konstruktionen aus, was die Kosten weiter senkt.

Das Potenzial ist enorm: Auf Deutschlands Straßen ließe sich eine Solarleistung von bis zu 300 Gigawatt installieren – das Dreifache der derzeitigen Gesamtkapazität des Landes. Allein die Straßenränder könnten 24 bis 48 Gigawatt aufnehmen, genug, um nahegelegene Infrastruktur wie Tunnelbeleuchtung oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu versorgen.

Das Erlanger Pilotprojekt markiert einen wichtigen Schritt hin zur Nutzung von Verkehrswegen für erneuerbare Energien. Bei Erfolg könnten ähnliche Vorhaben bundesweit Schule machen und Straßen in Stromquellen verwandeln. Die Technologie bietet praktische Vorteile – von Kosteneinsparungen bis hin zu langlebigeren Fahrbahnoberflächen.