06 January 2026, 06:54

EU lockert Gentechnik-Regeln: Niedersachsen warnt vor Folgen für Verbraucher und Artenvielfalt

Eine Vielfalt von Lebensmitteln.

Minister hält GMO-Entscheidung der EU für falsch - EU lockert Gentechnik-Regeln: Niedersachsen warnt vor Folgen für Verbraucher und Artenvielfalt

Die EU plant, die Vorschriften für gentechnisch veränderte Lebensmittel zu lockern, indem sie die Kennzeichnungsregeln überarbeitet. Nach dem neuen Plan benötigen Produkte mit geringfügigen genetischen Veränderungen künftig keine Sondergenehmigung mehr und müssen nicht deutlich als solche gekennzeichnet werden. Doch der Vorschlag stößt bei einigen Mitgliedstaaten auf Kritik – darunter auch das Bundesland Niedersachsen.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat sich gegen die Änderungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass der Verzicht auf Kennzeichnungspflichten den Verbrauchern das Recht auf eine informierte Wahl nehme. Viele Käufer verzichten bewusst auf gentechnisch veränderte Produkte, doch die neuen Regeln würden dies erschweren.

Staudte warnt zudem vor weiteren Risiken. Sie befürchtet, dass die Entscheidung die Sortenvielfalt verringern und die Vorherrschaft weniger großer Produzenten stärken könnte. Ein weiteres Problem sei die unkontrollierte Ausbreitung: Im Freiland angebaute gentechnisch veränderte Pflanzen könnten sich unbeabsichtigt verbreiten. Befürworter der Reform betonen dagegen, dass sie Züchtungsfortschritte beschleunigen und den Einsatz chemischer Pestizide reduzieren werde. Doch Staudte wirft der EU vor, ihr langjähriges Vorsorgeprinzip aufzugeben. Nur Lebensmittel mit erheblichen genetischen Veränderungen müssen künftig noch gekennzeichnet werden.

Die überarbeiteten Regeln ermöglichen es, bestimmte gentechnisch veränderte Lebensmittel ohne zusätzliche Prüfungen oder klare Deklaration auf den Markt zu bringen. Diese Wende könnte den Anbau und Vertrieb von Nutzpflanzen in ganz Europa verändern. Kritiker befürchten jedoch, dass sie die Verbraucherwahl einschränken und die landwirtschaftliche Vielfalt gefährden könnte.