16 March 2026, 12:22

Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Bischöfe und Regionalkirche: Fast 124.000 Austritte - Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder

Die Mitgliedszahlen der evangelischen Kirche in Bayern sind erstmals unter zwei Millionen gesunken. Der Rückgang folgt auf einen deutlichen Anstieg der Austritte in ganz Deutschland in den vergangenen Jahren. Neue Zahlen zeigen, dass allein 2025 rund 42.000 Menschen die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern verließen.

Auch die katholische Kirche verzeichnete erhebliche Verluste, wenn auch in geringerem Tempo als zuvor. Zusammen verloren beide Konfessionen im Freistaat im vergangenen Jahr fast 124.000 Mitglieder.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zählte 2025 insgesamt 42.000 Austritte – nach 39.486 im Jahr 2024. Durch diesen anhaltenden Schwund sank die Gesamtzahl der Mitglieder erstmals unter die Zwei-Millionen-Marke. Weniger Taufen und eine überalterte Gemeinde verschärfen den Trend, wobei die Zahl der Sterbefälle die der Neuaufnahmen inzwischen übersteigt.

Die katholische Kirche meldete 2025 insgesamt 81.852 Austritte, etwa 5.300 weniger als im Vorjahr. Erzbischof Herwig Gössl von Bamberg führte die verlangsamte Austrittswelle auf laufende Missbrauchsuntersuchungen und Reformen innerhalb der Kirche zurück. Trotz der Verluste bleibt die katholische Gemeinschaft in Bayern mit über 5,3 Millionen Gläubigen die mit Abstand größte Konfession im Land.

Zwischen 2021 und 2025 stiegen die Kirchenaustritte in ganz Deutschland stark an. Bayern verzeichnete einen moderaten Anstieg von 20 bis 30 Prozent, mit einem Höhepunkt im Jahr 2022, als rund 125.000 Menschen austraten. Andere Bundesländer erlebten noch drastischere Zuwächse: Nordrhein-Westfalen zählte jährlich etwa 200.000 Austritte, während kleinere Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern in manchen Jahren sogar Sprünge von bis zu 50 Prozent verzeichneten.

Die aktuellen Zahlen bestätigen den anhaltenden Mitgliederschwund in den bayerischen Kirchen. Die Zahl der Protestanten liegt nun unter zwei Millionen, und obwohl die Austritte aus der katholischen Kirche leicht zurückgegangen sind, bleiben sie auf hohem Niveau. Beide Konfessionen stehen vor langfristigen Herausforderungen, da immer weniger Menschen beitreten und immer mehr austreten.

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