FKS verschärft Mindestlohn-Kontrollen in Bayern mit unangekündigten Razzien
Johanna PetersFKS verschärft Mindestlohn-Kontrollen in Bayern mit unangekündigten Razzien
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hat ihre Kontrollen gegen Verstöße beim Mindestlohn in Bayern verschärft. Am 20. Februar 2026 führten Beamte unangekündigte Razzien in 26 Betrieben durch und befragten Dutzende Beschäftigte. Die Aktion ist Teil einer groß angelegten Initiative zur Durchsetzung der Arbeitsgesetze – die Behörden verzeichneten im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg von Bußgeldern und festgestellten finanziellen Schäden.
Allein im Jahr 2025 führte die FKS am Hauptzollamt Landshut 538 Betriebsprüfungen durch und sprach mit 6.904 Arbeitnehmern. Im Fokus standen mutmaßliche Verstöße gegen Mindestlohnregelungen und andere arbeitsrechtliche Pflichten in den Regionen Landshut, Erding, Dachau und Pfarrkirchen. Bei der Februar-Aktion 2026 befragten die Prüfer 65 Beschäftigte und deckten Fälle ausstehender Lohnzahlungen auf.
Das Ausmaß der Verstöße hat deutlich zugenommen: Die durch FKS-Ermittlungen aufgedeckten finanziellen Schäden stiegen 2025 um 46 Prozent auf über 13 Millionen Euro. Gerichte verhängten zudem Freiheitsstrafen in einer Gesamtlänge von mehr als 32 Jahren, während Bußgelder aus Urteilen und Strafbescheiden um fast 25 Prozent auf über 1,3 Millionen Euro kletterten.
Neben der Strafverfolgung wirbt das Zollamt auch für Karrierechancen: Die Dienststelle Landshut veranstaltet Zoll-Berufsinfotage in Plattling (25. April 2026), Passau (9. Mai 2026) und Altdorf (12. September 2026). Dort werden Ausbildungsplätze im mittleren Zolldienst sowie duale Studiengänge für höhere Laufbahnen vorgestellt.
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro pro Stunde. Die FKS betont, dass die Einhaltung der Vorschriften weiterhin Priorität habe – mit stichprobenartigen Kontrollen das ganze Jahr über.
Die jüngsten Überprüfungen unterstreichen den konsequenten Kurs der FKS bei der Durchsetzung der Lohnvorschriften. Angesichts steigender Geldstrafen und Haftstrafen müssen Unternehmen mit strengeren Prüfungen ihrer Entlohnungspraktiken rechnen. Gleichzeitig baut das Zollamt seine Nachwuchsgewinnung aus, um die Kontrollteams zu verstärken.






