Forvia verkauft Augsburger Werk an GDELS – vom Abgas zum Militärfahrzeug
Johanna PetersForvia verkauft Augsburger Werk an GDELS – vom Abgas zum Militärfahrzeug
Der französische Automobilzulieferer Forvia hat sich darauf verständigt, sein Werk in Augsburg an General Dynamics European Land Systems (GDELS) zu verkaufen. Die Entscheidung ist Teil von Forvias strategischer Neuausrichtung weg von herkömmlichen Abgassystemen, die durch die zunehmende Elektrifizierung der Branche an Bedeutung verlieren. GDELS plant, den Standort zu einem zentralen Produktionsstandort für militärische Fahrzeuge umzubauen.
Das Augsburger Werk war bisher auf die Herstellung von Abgassystemen für Pkw und Nutzfahrzeuge im Geschäftsbereich Clean Mobility von Forvia spezialisiert. Der Verkauf spiegelt die Reaktion des Unternehmens auf die sinkende Nachfrage nach konventionellen Antriebskomponenten wider, da sich die Automobilindustrie hin zur Elektromobilität entwickelt.
GDELS wird die Anlage für die Produktion militärischer Mobilitätslösungen umwidmen. Als Hauptgrund für die Übernahme nannte das Unternehmen die wachsende Nachfrage der Bundeswehr nach geschützten Fahrzeugen. Der Standort soll zum größten Fahrzeugwerk von GDELS in Deutschland werden und als Kompetenzzentrum für das EAGLE-Fahrzeug der Bundeswehr dienen.
Ein Großteil der bestehenden Belegschaft wird übernommen und für die neue Produktionsausrichtung weiterqualifiziert. GDELS beabsichtigt zudem, das am Standort vorhandene Know-how in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Schweißtechnik und komplexe Kleinserienfertigung zu nutzen.
Der Verkauf ermöglicht es Forvia, seine Aktivitäten besser an die künftigen Marktanforderungen anzupassen. Für GDELS stärkt die Übernahme die Position im Verteidigungssektor, indem die Produktionskapazitäten für militärische Fahrzeuge ausgebaut werden. Der Wandel sichert Arbeitsplätze und lenkt den Standort in eine neue industrielle Richtung.






