Fünf Monate Großbaustelle: Nürnberg–Regensburg wird komplett modernisiert
Philipp LangeFünf Monate Großbaustelle: Nürnberg–Regensburg wird komplett modernisiert
Eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Bayerns ist für eine Großsanierung voll gesperrt worden. Die Strecke Nürnberg–Regensburg, auf der normalerweise täglich über 350 Züge verkehren, wurde Anfang Februar für fünf Monate umfassender Modernisierungsarbeiten geschlossen. Seitdem arbeiten Teams und schwere Baumaschinen im Schichtbetrieb rund um die Uhr, um die 88 Kilometer lange Trasse bis zur geplanten Wiedereröffnung am 10. Juli auf den neuesten Stand zu bringen.
Die Sanierung begann am 6. Februar und umfasst Gleise, Bahnhöfe sowie Signal- und Leittechnik. Bis zu 80 schwere Maschinen sind täglich im Einsatz, darunter der RPM-RS-900-Schotterreiniger – liebevoll "Katharina die Große" genannt. Diese Spezialmaschine entfernt alten Schotter, trägt Erde ab und verlegt eine neue Schutzschicht unter den Gleisen.
Bis zum Juli-Termin werden die Arbeiter 96 Kilometer Gleise und 74 Weichen erneuert haben. Zudem modernisieren sie 81 Kilometer Oberleitung und bauen zwei neue Überholgleise. In zwei Schichten schafft es das Team, täglich etwa 900 Meter Gleis zu sanieren.
Das Projekt umfasst 20 Bahnhöfe, von denen sieben komplett neue Bahnsteige erhalten. Alle werden barrierefrei ausgebaut, auch wenn die genaue Zahl der bereits fertigen Anlagen noch nicht bestätigt wurde. Darüber hinaus werden Signal- und Steuerungssysteme aufgerüstet, um die spätere Einführung des europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) vorzubereiten.
Die Vollsperrung endet voraussichtlich am 10. Juli, wenn die modernisierte Strecke wieder in Betrieb geht. Nach Abschluss der Arbeiten sollen Kapazität, Zuverlässigkeit und Barrierefreiheit für Fahrgäste deutlich verbessert werden. Die Sanierung zählt zu den größten Einzelprojekten im bayerischen Schienennetz der letzten Jahre.






