14 April 2026, 06:16

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Deutschland hat sein Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes um fünf neue Traditionen erweitert. Neu aufgenommen wurden die Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Maßschneiderei, der kleingewerbliche Küstenfischfang, die Bräuche rund um den Martinstag sowie die Bolzplatzkultur. Damit steigt die Zahl der anerkannten lebendigen kulturellen Praktiken auf insgesamt 173.

Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, die 2003 in Paris verabschiedet wurde, ist mittlerweile von 185 Ländern ratifiziert worden. Die jüngsten Ergänzungen Deutschlands in seinem nationalen Verzeichnis spiegeln die fortlaufenden Bemühungen wider, Traditionen zu bewahren, die die Identität von Gemeinschaften prägen.

Die Schaustellerkultur auf deutschen Volksfesten würdigt nun offiziell das Handwerk und die Bräuche der reisenden Unterhaltungskünstler. Auch die Maßschneiderei, bekannt als Herrenschneiderhandwerk, wurde für ihr handwerkliches Können und ihre historische Bedeutung anerkannt. Der traditionelle kleingewerbliche Fischfang in der Ostsee und den Boddengewässern unterstreicht zudem das maritime Erbe der Region.

Im Rheinland ist der Brauch rund um den Martinstag – geprägt von Laternenumzügen und gemeinsamen Mahlzeiten – nun offiziell gewürdigt worden. Die Bolzplatzkultur, mit ihren informellen, von der Nachbarschaft getragenen Fußballspielen, komplettiert die Neuzugänge.

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Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärte, dass immaterielles Kulturerbe dort gedeiht, wo Menschen miteinander in Austausch treten, Wissen teilen und Traditionen gemeinsam gestalten. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, betonte, dass diese Praktiken lebendig bleiben, wenn sich Gemeinschaften aktiv in sie einbringen. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, beschrieb das immaterielle Kulturerbe als die "lebendige Grundlage moderner kultureller Identität".

Die fünf Neuzugänge gesellen sich zu 168 weiteren Traditionen, die bereits im deutschen Verzeichnis geschützt sind. Ihre Aufnahme sichert die fortwährende Anerkennung von Bräuchen, die Generationen verbinden und lokale Identitäten prägen. Die aktualisierte Liste unterstreicht das Engagement des Landes, vielfältige kulturelle Ausdrucksformen zu bewahren.

Quelle