14 January 2026, 19:03

Fürstenfeldbrucks OB-Kandidaten fordern mehr Unternehmen – doch wie?

Ein Plakat, das die elektrische Stadt Bergbahn in Deutschland bewirbt und Bilder von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text zeigt.

Fürstenfeldbrucks OB-Kandidaten fordern mehr Unternehmen – doch wie?

Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeisterkandidaten einig in einem Punkt: Die Stadt braucht mehr Unternehmen

Bei einer kürzlichen Debatte betonten alle sechs Bewerber die Dringlichkeit, den lokalen Handelsblatt zu stärken. Doch ihre Lösungsansätze reichen von Flächenneuausweisungen bis hin zu Steueranpassungen – und zeigen damit, wie unterschiedlich die Vorstellungen sind.

Die Wahl am 8. März 2026 findet zu einer Zeit statt, in der die Stadt mit Leerständen und Fachkräftemangel kämpft. Zwar teilen die Kandidaten die Sorgen, doch konkrete Pläne zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels blieben bisher vage.

Ein zentrales Thema der Debatte war der Niedergang des Einzelhandels in der Fürstenfeldbrucker Innenstadt. Martin Urban (CSU) bezeichnete die Lage als „große Herausforderung“ und verwies auf leerstehende Läden sowie die Notwendigkeit attraktiverer urbaner Räume. Sein Vorschlag: Starterwohnungen, vorrangig für kommunale Mitarbeiter und lokale Unternehmen, um den Fachkräftemangel zu lindern.

Jan Halbauer (Grüne) setzte auf verdichtetes Bauen, um die Innenstadt wiederzubeleben. Christian Götz (BBV) hingegen schlug vor, Teile des ehemaligen Fliegerhorst-Geländes für gewerbliche Nutzung umzuwidmen. Zwar verzeichnete er einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität um zehn Prozent im letzten Jahrzehnt, doch aus seiner Sicht ist noch Luft nach oben.

Auch die Steuerpolitik wurde kontrovers diskutiert. Carl-Magnus Bahner (FDP) forderte eine Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes, um neue Unternehmen anzulocken. Die anderen Kandidaten lehnten eine Erhöhung des Satzes jedoch ab – mit der Begründung, dies könnte Betriebe vertreiben. Tim Niklas (Die PARTEI) schlug einen anderen Weg ein und plädierte für die Erweiterung des Gewerbegebiets Hasenheide II, um mehr Flächen für Unternehmen zu schaffen.

Trotz aller Unterschiede waren sich alle einig: Die Attraktivität der Innenstadt muss gesteigert werden. Die Leerstände, so die Kandidaten, hätten vielfältige Ursachen – und es gebe keine Patentlösung für eine schnelle Besserung.

Ein Thema blieb jedoch unberührt: Keiner der Bewerber legte detaillierte Pläne vor, wie der Fachkräftemangel konkret gelöst werden soll. Da die Nominierungen noch nicht endgültig feststehen, müssen die Wähler auf präzisere Vorschläge wohl noch warten.

Die Debatte machte eines deutlich: Der nächste Oberbürgermeister Fürstenfeldbrucks wird sich unmittelbar mit dem Wirtschaftswachstum auseinandersetzen müssen. Die Kandidaten präsentierten verschiedene Strategien – von Steuerreformen über neuen Wohnraum bis hin zu Gewerbeflächen. Doch bis zur Wahl im März haben die Bürger noch Zeit, genau hinzuhören – besonders, wenn es um Fachkräftesicherung und die Belebung des Einzelhandels geht.