Geheimnisvolle Investoren: Wie die Familie Hastor heimlich Grammer übernimmt
Philipp LangeGeheimnisvolle Investoren: Wie die Familie Hastor heimlich Grammer übernimmt
Die bosnische Familie Hastor hat leise einen bedeutenden Anteil an Grammer aufgebaut, einem deutschen Hersteller von Fahrzeuginnenausstattungen und Sitzsystemen für Nutzfahrzeuge. Ihre kombinierten Beteiligungen übersteigen mittlerweile 20 Prozent – und nähren Spekulationen über mögliche nächste Schritte. Allein in diesem Jahr hat ihr Engagement den Aktienkurs von Grammer um 75 Prozent in die Höhe getrieben.
Erstmals Schlagzeilen in Deutschland machte die Familie Hastor 2016, als Prevent, ein weiterer Zulieferer in ihrem Netzwerk, vorübergehend die Lieferungen an Volkswagen einstellte. Nun scheint ihr Fokus auf Grammer zu liegen, einem Unternehmen, das sich auf Innenausstattungen für Personenkraftwagen und Sitzlösungen für Nutzfahrzeuge spezialisiert hat.
Die Familie hält ihre Anteile über zwei separate Investmentfirmen: Halog, kontrolliert von Nijaz Hastor mit 10,2 Prozent, sowie Cascade, das seinen Söhnen Damir und Kenan gehört und knapp über 10 Prozent umfasst. Da diese Beteiligungen rechtlich als unabhängig gelten, kann die Familie ihren Einfluss weiter ausbauen, ohne eine Pflichtübernahme bieten zu müssen.
Trotz ihrer wachsenden Präsenz hat die Familie bisher keinen Kontakt zur Unternehmensführung von Grammer aufgenommen. Das Unternehmen selbst gibt an, keine Kenntnis über weitere Kaufpläne der Hastors zu haben.
Parallel dazu strebt die Familie die Übernahme von Alno an, einem angeschlagenen Küchenhersteller. Dies deutet auf eine breitere Strategie hin, ihre industriellen Beteiligungen über verschiedene Branchen hinweg auszuweiten.
Mit dem steigenden Engagement der Hastors klettert auch der Grammer-Aktienkurs weiter. Da es keine direkte Kommunikation mit den Investoren gibt, bleibt unklar, welche langfristigen Absichten sie verfolgen. Die Möglichkeit, die Beteiligungen ohne Pflichtangebot auszubauen, lässt Raum für weitere Aktienkäufe.






