10 January 2026, 12:32

Gerhard Polt beendet 50 Jahre Münchner Kammerspiele mit rührendem Abschied

Kinder spielen Schach in einem Wettbewerb, während Erwachsene aus dem Hintergrund und den Seiten zuschauen.

"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polt beendet 50 Jahre Münchner Kammerspiele mit rührendem Abschied

Gerhard Polts 50-jährige Partnerschaft mit den Münchner Kammerspielen geht mit dem letzten Vorhang zu Ende. Der 83-jährige Komiker und Schauspieler verneigte sich ein letztes Mal nach 52 ausverkauften Vorstellungen von „A scheene Leich“ – und setzte damit einen Schlusspunkt unter eine Ära des Theaters. Der Abend war geprägt von tiefer Emotion, als Fans und Weggefährten sein jahrzehntelanges Wirken feierten.

Polts Verbindung zu den Kammerspielen begann 1978, als „Kehraus“ – sein großer Durchbruch – Premiere feierte und später verfilmt wurde. Über die Jahre wurde er mit seinem scharfen Witz und seiner satirischen Art zu einer festen Größe des Münchner Theaters. Die letzte Aufführung von „A scheene Leich“ endete mit donnerndem Applaus, stehenden Ovationen und tränenreichen Abschieden. Auf der Bühne umarmte Polt seine langjährigen Partner, die Well-Brüder, während das Publikum seinem Vermächtnis huldigte.

Hinter der Bühne teilte das Münchner Theater auf Instagram Bilder mit dem Kommentar: „Das Ende einer Ära.“ Barbara Mundel, die Intendantin der Kammerspiele, würdigte Polts Prägung mit den Worten: „Die Kammerspiele wären nicht das, was sie heute sind, ohne Sie.“ Zwar sind keine großen Münchner Produktionen mit langen Probenzeiten mehr geplant, doch kündigte sie an, dass es auch künftig Kooperationen in kleinerem Rahmen geben werde – etwa in Form von Lesungen. Polts nächster Auftritt führt ihn Ende Januar gemeinsam mit Josef Hader in die Münchner „Lach- und Schießgesellschaft“. Zwar dürfte seine Zeit als prägende Figur in großen Münchner Inszenierungen der Kammerspiele damit vorerst vorbei sein – sein Einfluss auf das deutsche Theater bleibt ungebrochen.

Die letzte Vorstellung von „A scheene Leich“ schloss ein bedeutendes Münchner Kapitel für Polt und die Münchner Kammerspiele. Ein halbes Jahrhundert hat er das Münchner Theater geprägt, und auch wenn künftige Projekte vielleicht kleiner ausfallen, wird seine Präsenz in Münchens Kulturszene weiterwirken. Die ausverkaufte Reihe und der bewegende Abschied unterstrichen die ungebrochene Verbindung zwischen dem Künstler und seinem Münchner Publikum.