Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Meldefunktion und Algorithmus
Philipp LangeVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen für TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Meldefunktion und Algorithmus
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Nutzeroberfläche zu ändern. Im Mittelpunkt des Urteils stehen die Handhabung von Meldungen über illegale Inhalte sowie das algorithmusgesteuerte Empfehlungssystem der Plattform. Die Richter stellten fest, dass wichtige Optionen für Nutzer verborgen waren und sich nur schwer finden oder deaktivieren ließen.
Die Klage war vom Bayerischen Verbraucherschutzverband eingereicht worden, der argumentierte, TikToks Design mache es Nutzern unnötig schwer, illegale Inhalte zu melden. Das Gericht gab dieser Argumentation statt und verwies darauf, dass der korrekte Meldeweg hinter einem unauffälligen Dropdown-Menü versteckt war. Dies verstoße, so die Richter, gegen die geforderte Transparenz.
Kritik übte die Verbraucherschutzorganisation auch an TikToks Empfehlungsalgorithmus. Standardmäßig analysiert die Plattform persönliche Nutzerdaten, um Videos vorzuschlagen – ohne dass es eine einfache Möglichkeit gibt, dies abzulehnen. Das Gericht folgte den Verbraucherschützern und urteilte, dass Nutzer eine leicht zugängliche Option erhalten müssen, um die Profilbildung zu deaktivieren. Dadurch könnten sie Inhalte erhalten, die nicht von ihren früheren Interaktionen oder Daten abhängen.
In der Folge muss TikTok nun seine Einstellungen umgestalten, um sowohl die Meldefunktionen als auch die Steuerung der Empfehlungen sichtbarer zu machen. Das vom Oberlandesgericht Bamberg erlassene Urteil ist Stand 20. März 2026 noch nicht rechtskräftig. TikTok hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Urteil geäußert oder bekannt gegeben, wie die Änderungen umgesetzt werden sollen.
Der Beschluss stellt einen bedeutenden Erfolg für den Bayerischen Verbraucherschutzverband in seinem Einsatz für mehr Nutzerkontrolle über Daten und Inhalte dar. TikTok wird seine Oberfläche anpassen müssen, um den gerichtlichen Vorgaben zu entsprechen. Bis das Urteil jedoch in Kraft tritt, sind keine unmittelbaren Änderungen auf der Plattform bestätigt.






