24 March 2026, 18:14

Grüne feiern Doppelsieg: Krause in München, Özdemir in Baden-Württemberg mit gegensätzlichen Strategien

Plakat wirbt für Bergbahn, Deutschland als elektrischen Stadt mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Grüne feiern Doppelsieg: Krause in München, Özdemir in Baden-Württemberg mit gegensätzlichen Strategien

Dominik Krause ist zum neuen Oberbürgermeister Münchens gewählt worden, während Cem Özdemir das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg übernehmen wird. Beide Kandidaten der Grünen errangen Siege, indem sie über die übliche Wählerschaft ihrer Partei hinaus mobilisierten – doch ihre Herangehensweisen unterschieden sich deutlich in Stil und Strategie.

Krause führte einen Wahlkampf, der zwar auf linkem grünem Gedankengut basierte, aber bewusst auf breite Ansprache setzte. Sein Slogan "Weil mehr geht" (Weil mehr möglich ist) forderte schnelleres Handeln in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Stadtentwicklung. Er schlug vor, Büros in 50.000 bezahlbare Wohnungen umzuwandeln und den öffentlichen Nahverkehr sowie die Radinfrastruktur auszubauen. Anders als klassische grüne Kampagnen unterstützte er zudem Münchens Olympische Bewerbung und stellte sich in der Debatte um Fahrdienste wie Uber auf die Seite der Taxifahrer.

Auf Social Media zeigte Krauses Instagram-Präsenz Interaktionen mit Gruppen, die traditionell nicht den Grünen nahestehen – etwa Taxifahrern. Seine Beiträge thematisierten Alltagsanliegen, wie die Einweihung neuer Radwege, und vermittelten so ein inklusives, bürgernahes Image. Das half ihm, auch Wähler außerhalb der Stammklientel zu erreichen.

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Özdemir hingegen setzte auf Pragmatismus und positionierte sich näher an gemäßigteren und konservativeren Kräften innerhalb der Grünen. Sein Ansatz konzentrierte sich auf lösungsorientierte Politik statt auf ideologische Botschaften – eine Strategie, die ihm eine breitere Wählerschaft erschloss. Beide profitierten zudem von schweren Fehlern ihrer Konkurrenten, was ihre Siegchancen zusätzlich stärkte.

Unterdessen hatten die Grünen in Rheinland-Pfalz Schwierigkeiten, Wähler über Social Media zu mobilisieren – ein Beispiel dafür, wie digitaler Wahlkampf heute über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann.

Krauses Triumph in München und Özdemirs Sieg in Baden-Württemberg zeigen, wie unterschiedliche Strategien die Reichweite einer Partei erweitern können: der eine durch basisnahe Mobilisierung und progressive Themen, der andere durch pragmatische Kompromisse und Bündnisse über Parteigrenzen hinweg. Ihre Erfolge legen nun den Grundstein dafür, wie die Grünen in zwei zentralen deutschen Regionen regieren werden.

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