Grüne siegen knapp in Baden-Württemberg – Söder kritisiert "schmutzigen Wahlkampf" der CDU
Lotta SchulteSöder: Schmutzkampagne verantwortlich für Hagels Niederlage - Grüne siegen knapp in Baden-Württemberg – Söder kritisiert "schmutzigen Wahlkampf" der CDU
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Knapper Sieg der Grünen vor der CDU
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 brachte ein enges Ergebnis: Die Grünen, geführt von Markus Söder, setzten sich mit einem hauchdünnen Vorsprung vor der CDU durch. Cem Özdemirs Partei erreichte 30,2 Prozent der Zweitstimmen – nur 0,5 Prozentpunkte vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Die AfD landete mit 18,8 Prozent auf dem dritten Platz. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder meldete sich daraufhin zu Wort, kritisierte die Wahlkampfmethoden und skizzierte seine Erwartungen an die künftige Zusammenarbeit.
Söder gratulierte Özdemir zwar zum Sieg, wies jedoch die Rede von einer "grünen Renaissance" zurück. Das Ergebnis spiegle weder einen flächendeckenden Erfolg der Grünen wider noch eine Niederlage der Union insgesamt, betonte er. Stattdessen machte er die knappe Niederlage der CDU an einem "schmutzigen Wahlkampf" fest. Ohne die umstrittenen Videoclips, die sich gegen den CDU-Kandidaten Manuel Hagel richteten, hätte die Partei das Rennen für sich entschieden, so Söder.
Der bayrische Regierungschef forderte zudem eine Aufarbeitung der Wahlkampfpraxis. Die eingesetzten Methoden nannte er inakzeptabel und mahnte eine sachlichere politische Debattenkultur an. Trotz der Spannungen signalisierte Söder jedoch Bereitschaft, mit Özdemir im Bundesrat und bei den Ministerpräsidentenkonferenzen konstruktiv zusammenzuarbeiten.
Mit Blick auf die Zukunft riet Söder der CDU, sich stärker auf Wirtschaftsthemen zu konzentrieren – die Migrationsfrage sei bereits unter Kontrolle. Die Wahl hinterließ keine klare Regierungsmehrheit: Die SPD kam auf 5,5 Prozent, während FDP und Die Linke mit unter fünf Prozent an der Hürde scheiterten. Die knappe Führung der Grünen und die starke Direktmandatsbilanz der CDU – sie gewann 56 der 70 Wahlkreise – verstärkten die Unsicherheit über mögliche Koalitionen.
Baden-Württemberg bleibt damit in einer politischen Schwebephase, da noch keine Koalitionsvereinbarungen stehen. Söders Äußerungen unterstreichen sowohl die Konflikte des Wahlkampfs als auch die Notwendigkeit einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit. Die endgültige Regierungsbildung hängt von den Verhandlungen zwischen Grünen, CDU und anderen Kräften in den kommenden Wochen ab.






