Halle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
Johanna PetersHalle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzuschränken. Laut Behörden soll die Maßnahme „Protzfahrten“ verhindern und Fußballfans schützen. Geschäftsinhaber kritisieren die Entscheidung jedoch scharf.
Die Sperren sollen abends und nachts hochgefahren werden. Die Stadtverwaltung betont, sie seien notwendig, um während des Turniers für Sicherheit zu sorgen.
Lokale Unternehmer bezeichnen die Maßnahmen als „militaristisch“ und übertrieben. Sie werfen der Stadt vor, die Betreiber vor Ort nicht konsultiert zu haben. Da die meisten Geschäfte in der Gegend ohnehin keine WM-Spiele übertragen, zweifeln sie daran, dass sich Fans auf der Straße versammeln werden.
Statt der Poller schlagen die Geschäftsleute gezielte Polizeistreifen an Freitag- und Samstagabenden zwischen 21 und 24 Uhr vor. Sie sind überzeugt, dass die Einnahmen aus Strafgeldern die Kosten für den Einsatz der Beamten decken würden. Ihre bevorzugte Lösung setzt auf die Überwachung des Durchgangsverkehrs und die direkte Ahndung von Verkehrsverstößen.
Der Streit zeigt die Spannungen zwischen den Sicherheitsplänen der Stadt und den Bedenken der ansässigen Unternehmen. Die ausfahrbaren Poller bleiben vorerst bestehen, doch die Geschäftsleute setzen sich weiterhin für eine alternative Lösung ein. Sie bestehen darauf, dass Streifen effektiver und weniger einschneidend wären als die aktuellen Absperrungen.






