24 February 2026, 14:34

Heiner Wilmer wird neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in Priestergewändern, der als erster Bischof der Kirche des Heiligen Grabes gilt, mit ernstem Gesichtsausdruck und gefalteten Händen, der in die Ferne schaut.

Ein Mann aus dem Norden soll die Kirche beruhigen - Heiner Wilmer wird neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Heiner Wilmer wurde zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Der 64-Jährige, bekannt für seine norddeutsche Prägung und weltoffene Haltung, löst Georg Bätzing ab. Seine Wahl am 24. Februar 2026 markiert eine Kursänderung in der Kirche.

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Geboren im Emsland, spricht Wilmer noch heute mit dem typischen Akzent der Region. Doch seine Laufbahn führte ihn weit über Deutschland hinaus: Er unterrichtete einst Deutsch und Geschichte in der New Yorker Bronx, bevor er einen Orden in Rom leitete. Dank seiner Mehrsprachigkeit genießt er in Vatikan-Kreisen hohes Ansehen.

In Hildesheim setzte er bereits progressive Akzente – etwa durch die Berufung von Frauen in Führungspositionen oder seine Unterstützung für Segensfeiern gleichgeschlechtlicher Paare. Gleichzeitig hebt ihn seine enge Verbindung zu Rom von seinem Vorgänger ab. Während Bätzing oft als Reformer galt, wird Wilmer als Brückenbauer zwischen Progressiven und Konservativen gesehen.

Als Kenner der niederländischen Holocaust-Opfers Etty Hillesum unterstreicht Wilmer mit seinen intellektuellen Interessen sein Profil. Schon seine ersten Worte als Vorsitzender brachen mit der Tradition – Formulierungen, die Bätzing so nie gewählt hätte. Kritiker werfen ihm jedoch mitunter eine zu glatte oder vage Rhetorik vor.

Die Wahl gilt als abgewogener Kompromiss: Sie verbindet Erneuerung mit einer stärkeren Anbindung an den Weltkatholizismus. Konkrete Kurswechsel stehen zwar noch aus, doch seine Vermittlerrolle könnte die seit Langem angespannten Beziehungen zum Vatikan entspannen.

Wilmers Wahl sendet ein klares, aber differenziertes Signal. Seine reformorientierte Haltung und Vatikan-Nähe könnten das Verhältnis der deutschen Kirche zu Rom neu prägen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich seine Führung in den kommenden Monaten entfaltet.