Immer weniger Frauen kandidieren bei bayerischen Kommunalwahlen für Spitzenämter
Lotta SchulteImmer weniger Frauen kandidieren bei bayerischen Kommunalwahlen für Spitzenämter
Bayerische Kommunalwahlen am 8. März: Immer weniger Frauen kandidieren für Spitzenämter
Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 8. März bewerben sich deutlich weniger Frauen um Schlüsselpositionen als in den Vorjahren. Besonders stark ist der Rückgang in größeren Städten und kreisfreien Gemeinden, wo der Frauenanteil unter den Kandidatinnen um mehrere Prozentpunkte gesunken ist.
Die Entwicklung fällt je nach Partei unterschiedlich aus: Einige stellen deutlich mehr Frauen für Bürgermeister-, Oberbürgermeister- und Landratswahlen auf als andere.
In Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern machen Frauen nur noch 20,2 Prozent aller Kandidierenden aus – vor sechs Jahren waren es noch 22,4 Prozent. In kreisfreien Städten ist der Rückgang noch ausgeprägter: Hier sank der Anteil weiblicher Bewerberinnen von 26,3 auf 21,9 Prozent.
Die Grünen führen bei der Geschlechtergerechtigkeit: Sie nominierten Frauen für 39 Prozent der Bürgermeister- und Oberbürgermeisterposten sowie für 42,2 Prozent der Landratsämter. Die SPD folgt mit 22,7 Prozent weiblicher Bürgermeisterkandidatinnen und 31,8 Prozent bei den Landratswahlen.
Deutlich dahinter liegt die CSU: Nur 9,1 Prozent ihrer Bürgermeisterkandidaten sind Frauen, bei den Landratswahlen sind es 13 Prozent. Die Freien Wähler zeigen ein uneinheitliches Bild – 31,3 Prozent ihrer Bürgermeisterkandidatinnen sind weiblich, doch bei den Landratswahlen liegt der Anteil bei nur 8,3 Prozent. Die rechtspopulistische AfD weist die niedrigsten Werte auf: 6,4 Prozent bei Bürgermeister- und 4,8 Prozent bei Landratskandidatinnen.
In einigen Landkreisen war der Rückgang besonders stark. In Regionen wie Landshut, Rosenheim und Miesbach sank der Frauenanteil unter den Landratskandidatinnen von etwa 28 Prozent im Jahr 2020 auf rund 19 Prozent 2026 – ein Minus von neun Prozentpunkten. Bayerweit stieg der Anteil weiblicher Landratskandidatinnen dagegen leicht von 21,5 auf 22 Prozent.
Am Wahltag werden die Bürger in 62 von Bayerns 71 Landkreisen neben anderen Kommunalvertretern auch ihre Landräte wählen.
Der allgemeine Rückgang an Kandidatinnen deutet auf verschobene Machtverhältnisse in der bayerischen Kommunalpolitik hin. Während einige Parteien die Geschlechterrepräsentation ausbauen, stellen andere weiterhin deutlich weniger Frauen für Führungspositionen auf. Die Ergebnisse am 8. März werden zeigen, wie sich diese Trends auf die politische Führung des Freistaats in den nächsten sechs Jahren auswirken.






